475 Jahre Jahre Schmalkaldische Artikel

Schon am Dienstag wurde die Festwoche mit einem vielbeachteten Referat von Propst Siegfried Kasparik aus Wittenberg eröffnet. Heute am Mittwoch findet zweifelsfrei einer der Höhepunkte der Festwoche statt: Das Gespräch über die Schmalkaldischen Artikel führten Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz und Bischof Martin Hein von der kurhessischen Landeskirche.


Im Gespräch wurden die scharfen Formulierungen von Luther nicht ausgespart.

Bischof Hein betonte, dass die Äußerungen über den Papst nicht nach dem Buchstaben, sondern nach dem Geist verstanden werden müssen. Evangelische Christen bleiben dabei, dass man keinen Papst braucht, um Kirche zu sein.

Kardinal Lehmann wies darauf hin, dass die katholische Kirche vor allem nach dem 2. vatikanischen Konzil ebenfalls eine andere ist. Nach seinem Eindruck könnte gerade der Papst ein Aufeinander Zugehen der Kirchen bewirken. Er könnte dazu ein guter Moderator sein.
Hein erwiderte: Der Papst könnte ein Sprecher der Christen sein, wenn sein Anspruch auf die göttliche Legitimation dann nicht in bisheriger Weise beansprucht würde.
Lehmann erklärte, dass die katholischen Christen heute die Reformation als Herausforderung zur Erneuerung sehen, die sich  ausgewirkt hat.

Hein erklärte, “dass die evangelische Kirche eine katholische Kirche ist, aber keine römisch-katholische Kirche. Ebenso ist die katholische Kirche evangelische Kirche, d.h. eine im Evangelium begründete Kirche. Evangelische Kirche ist also nicht abgespaltene Kirche, sondern durch die Reformation geläuterte katholische Kirche.”
Lehmann sagte, dass heute Kirche verschiedene Profile hat. Diese Profilierung ist gut, solange man das Verbindende sieht und lebt.

Was ist das Trennende heute? Die Gemeindepraxis kennt kaum Gräben.
In der Theologischen Diskussion besteht das Trennende im Amts- und Kirchenverständnis. Bischof Hein beklagte die nur unzureichende Anerkennung der Evangelischen als Kirche.

Die Schlussfrage, was er tun würde, wenn er Papst würde, beantwortete Bischof Hein folgendermaßen: Er würde ein wirklich ökumenisches Konzil einberufen. Das wäre sein Traum.

Kardinal Lehmann  wurde die Frage gestellt, was er tun würde, wenn er heute wie Martin Luther wäre. Der Anstrengung und die Kraft, die Luther für den Glauben aufgebracht hat, sind in unserer heutigen Zeit nötiger als je. 

Die Kirche war voll besetzt. Das Gespräch war auch für theologische Laien sehr gut verständlich und wird für weiter Diskussionen sorgen. Die Inhalte des “Religionsgespräches” waren es wirklich wert, von vielen gehört zu werden.

veröffentlich vom Windows-Phone

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