Krippenspiele

Christiane Dienel 4

Christiane Dienel 4

Zion Tele 1

Krippenspiel für die Sonntagsschule, Weihnachten 2001

Die Rollen

Ansagerin (größeres Mädchen)

Maskenbildner (kleines Kind)

Schild-Träger (kleines Kind)

Beleuchter (Bruder Geiger)

Meteorologin (event. größeres Kind)

Nachrichtensprecher (Erwachsene)

Brennpunktsprecher (Erwachsene)

Reporter 1 (Kind)

Hirte 1

Hirte 2

Hirte 3 (max. 8 Hirten)

Reporter 2

Wirt

Wirtsfrau

Reporter 3

Kaspar

Melchior

Balthasar

SZENE 1: Nachrichtenstudio

Nachrichten-Musik läuft

Ansagerin setzt sich richtig hin – wird noch einmal bepudert (von Maskenbildner)

Achtung Aufnahme-Schild wird von rechts nach links getragen.

Musik langsam ausblenden.

Ansagerin:     Guten Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren. Willkommen bei Zion Tele 1. Vor unserem heutigen Programm sehen Sie zuerst die Wettervorhersage für den morgigen Tag und anschließend der Nachrichtenüberblick für die römisch besetzte Zone Israel. Danach folgt ein Brennpunkt über die heutigen Ereignisse in Bethlehem. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um eine Viertelstunde. Ich übergebe an Frau Dr. Hagelschlag im Wetterstudio.

Beleuchter strahlt auf den Meteorologin.

Meteorologin:            Ein Hoch über dem Mare Internum bestimmt auch in den nächsten Tagen unser Wetter. Leichte nördliche Winde bringen Abkühlung, besonders in Judäa. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber im Norden um 20° und im Süden um 25°. Nachts sinken sie auf 10° bis 3° ab. Im Norden kann es bei klarem Himmel in vereinzelten Gebieten zu leichtem Bodenfrost kommen.

Gong ertönt, Nachrichten-Musik, Kamera schwenkt um zur Nachrichtensprecherin.

Nachr.spr.      Ich begrüße Sie beim Nachrichtenüberblick. Die Volkszählnung auf Anordnung unseres verehrten Kaisers Augustus hat viel Unruhe im Land ausgelöst. Überall machen sich Menschen auf, um sich in ihren Geburtsorten registrieren zu lassen. Die Hauptstraßen, vor allem nach Jerusalem und Nazareth, sind völlig verstopft. Ortskundige werden gebeten, die Hauptstraßen zu meiden. Die Überfallquote, besonders in den Bergregionen, ist sprunghaft angestiegen.  Unsere Soldaten werden der Situation nicht mehr Herr. Der Statthalter von Syrien, Quirinius, bittet darum, sich untereinander zu verständigen, um Schutz gegen Räuberbanden zu gewährleisten. Neben den meisten Synagogen wurden zu diesem Zweck Mitwanderzentralen eingerichtet.

                        In den meisten Orten sind alle Unterkünfte belegt. Viele übernachten unter freiem Himmel. In Jerusalem werden Notquartiere bereitgestellt. Teilweise haben auch Stallbesitzer in den ländlichen Regionen ihre Türen für Gäste geöffnet. Informationen über Notquartiere erteilen die örtlichen Gastwirte.

Aus dem kleinen Ort Bethlehem in Judäa haben uns Berichte übert ein besonderes Ereignis erreicht, das in der letzten Nacht geschehen sein soll. Aus diesem Anlass schalten wir nun um zum Brennpunkt in unser Regionalstudio Bethlehem.

Brennpkt.Spr.            Guten Tag, meine Damen und Herren zu unserem Brennpunkt aus Bethlehem. Merkwürdige Dinge haben sich vorletzte Nacht und gestern hier zugetragen. Es entstand einige Aufregung. Genaues ist wegen der unübersichtlichen Lage, die die Volkszählung in unserer Stadt verursacht hat, noch nicht bekannt. So viel scheint aber festzustehen: Unter den vielen Menschen, die unsere Stadt hat aufnehmen müssen, scheinen auch sehr ungewöhnliche Leute gewesen zu sein.

                                   In unserem Brennpunkt werden wir direkt zu unseren Reportern vor Ort schalten, die Ihnen live Bericht erstatten werden. Ich schalte jetzt gleich zu unserem Reporter Levi. Hören Sie mich?

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SZENE 2: Reporter 1 und Hirten

Rep. 1            Ja, ich höre Sie gut. Ich bin hier auf den Feldern vor der Stadt. Vor mir stehen einige Hirten. Was haben Sie gesehen?

Hirte 1            Letzte Nacht, als wir bei den Schafen schliefen, wurden wir von einem hellen Licht geweckt. Ein wunderbarer Gesang war zu hören.

alle Hirten singen „Engel haben Himmelslieder auf den Feldern angestimmt. Echo hallt vom Berge wider, dass es jedes Ohr vernimmt. Glo..oo.ooria… in excelsis deo.

                        Gott gibt allen Menschen Frieden, die in seiner Gnade sind. Freude wurde uns beschieden durch ein neugeboren Kind. Glo ooo ria … in excelsis deo.

Rep. 1            Wie haben Sie sich gefühlt, als da plötzlich Engel auftauchten? Ich meine, so etwas passiert ja nicht alle Tage!

Hirte2             Ja, zuerst hatten wir auch schreckliche Angst. Aber als der eine so freundlich mit uns redete und die anderen so schön sangen, da haben wir Vertrauen gefasst.

Rep. 1            Was hat denn der Engel zu Ihnen gesagt?

Hirte 3            Er meinte, wir müssten zu einem Stall gehen, in dem wir ein neu geborenes Kind mit seinen Eltern finden würden. Und dass sich die ganze Welt über dieses Kind freuen würde.

Hirte 4            Dann war plötzlich alles dunkel. Wir sind sofort losgelaufen.

Hirte 5            Es war genau so wie man es uns gesagt hatte: in einem Stall ein neugeborenes Kind mit seinen Eltern. Es war etwas besonderes mit diesem Kind. Ich bin sicher, das war der Messias.

Rep. 1            Wie kommen Sie denn zu der Behauptung?

Hirte 1            Der soll doch aus Bethlehem kommen, oder…? So steht es jedenfalls geschrieben, das habe ich doch schon als kleiner Junge in der Synagoge gelernt. Ich wünschte, meine Mutter hätte das noch erlebt. Sie hat so auf den Messias gewartet.

Hirte 2            Diese Nacht werde ich nie vergessen!

Rep. 1            Vielen Dank für dieses Gespräch. Gerade erhalte ich eine Mitteilung aus der Zentrale und gebe gleich weiter an meine Kollegin Rahel in Bethlehem City.

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SZENE 3: Reporter 2 und Gastwirt/frau, ggf. Gäste

Rep. 2            Guten Abend, ich stehe hier vor einem Stall. Mein Gesprächspartner ist HerHerr Schmuel Weinfass, Wirt der Goldenen Gans zu Bethlehem und Besitzer dieses Stalls. Sie hatten gestern Direktkontakt mit der unbekannten jungen Familie?

Wirt                 Ja, ja, die sind heute morgen weg.

Rep. 2            Heute morgen erst? Wissen Sie, wohin?

Wirt                 Nein, keine Ahnung. Haben ihre Miete bezahlt und sind weg. Nach Hause, nehme ich an.

Rep. 2            Warum waren sie denn ausgerechnet in Ihrem Stall?

Wirtsfrau        Was soll denn das heißen – „ausgerechnet“? Die Frau war ja hochschwanger. Sie erzählten, sie fänden keine Unterkunft. Und die ersten Wehen hätten eingesetzt. Bei uns war ja auch alles voll. Da blieb nur der Stall.

Rep. 2            Wissen Sie genaueres über die beiden?

Wirt                 Nein, keine Ahnung. Aus Nazareth waren sie, glaube ich.

Wirtsfrau        Was ist denn mit den beiden? Werden sie gesucht? Mir waren sie doch gleich seltsam vorgekommen. Und dann bekamen sie auch so viel Besuch! Das ist doch nicht normal! Allerdings das Kind war wirklich süß. Ein Junge übrigens.

Rep. 2            ans Fernsehpublikum: Inzwischen wurden Vermutungen laut, dass es sich bei diesem Kind um einen zukünftigen König handeln könnte. Im Palast des Herodes hat dies für Aufregung gesorgt. Das Gerücht erhielt weitere Nahrung, weil offenbar gestern auch eine Delegation aus dem Osten in Bethlehem war. Ich höre gerade, dass es unserem Studio in Damaskus gelungen ist, diese Delegation für ein Interview zu gewinnen. Ich schalte deshalb um zu meinem Kollegen David in Damaskus.

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SZENE 3: Reporter 3 mit Sterndeutern

Drei Sterndeuter singen:     Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg,

führ uns zur Krippe hin, zeig, wo sie steht.

leuchte du uns voran, bis wir dort sind.

Stern über Behtlehem, führ uns zum Kind.

Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn,

und lässt uns alle das Wunder hier sehn.

Das da geschehen, was niemand gedacht.

Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

Rep. 3            Ah ja, hier bin ich wohl richtig. Sind Sie die drei stadtbekannten Sterndeuter Kaspar, Melchior und Balthasar? Was ist geschehen?

Kaspar           Meinen Kollegen und mir war am Himmel einen ganz besonderer Stern aufgefallen.

Rep. 3            Können Sie ihn unseren Zuschauern beschreiben?

Melchior         Ja, er war besonders hell und groß. Er hatte einen langen Schweif und glänzte unbeschreiblich hell. Da wusste ich: Ein neuer König ist geboren. Wir sind diesem Stern gefolgt.

Rep. 3            Und dann?

Balthasar       Wir sind zuerst zu König Herodes nach Jerusalem gegangen. Wir wollten ihm gratulieren. Aber Herodes wusste nichts von einem neuen König. Er war sehr aufgeregt! Er bat uns, ihm alles zu erzählen, was wir herausfinden würden.

Rep. 3            Und was haben Sie herausgefunden?

Kaspar           Der Stern führte uns nach Bethlehem. Wir trauten unseren Augen nicht: Er hielt über einem alten Stall. Darin ein kleines Kind. So etwas haben wir noch nie gesehen: Ein armes Kind, und doch ein König!

Melchior         Es sah wirklich nicht wie ein König aus. Aber auch König David war ein kleiner Schafhirte, bevor er zum großen König wurde.

Balthasar       Wir wussten: Wir sind am Ziel. Das ist der König, auf den alle Menschen hoffen.

Rep. 3            Aber Herodes war wohl weniger erfreut?

Kaspar           Wir sind nicht zu ihm zurückgekehrt, sondern direkt wieder nach Hause gekommen. Wir hatten keinen guten Eindruck von Herodes.

Rep. 3            Ich danke Ihnen für dieses Gespräch und gebe zurück in unser Jerusalemer Hauptstadtstudio.

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SZENE 5: Abschluss

Brennpktspr.  Soweit unsere Reporter vor Ort.

Vieles liegt noch im Dunkeln. Halten wir die Fakten noch einmal fest:

                        Engel erscheinen Hirten auf den Feldern vor Behtlehem. Sie erzählen etwas von einer Geburt in einem Stall. Die Hirten finden es auch so vor. Sterndeuter aus dem Osten kommen ins Land.

Die Geburt hat Wellen geschlagen bis an den Jerusalemer Hof. König Herodes ist sehr beunruhigt. Der Pressesprecher des Palastes lässt mitteilen: Einen neuen König brauche man nicht. Die Ereignisse in Bethlehem gefährden die innere Ordnung. Internationale Verwicklungen sind nicht ausgeschlossen.

Ein kleines Kind ist geboren worden. Das Natürlichste auf der Welt, sollte man meinen. Doch unsere Reportagen haben es gezeigt: Die Geburt des Kindes hat die Menschen stark bewegt. Ich bin sicher: Von diesem Kind werden wir noch viel hören.

Wir werden Sie über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Und damit verabschiede ich mich von Ihnen am heutigen Abend.

  • Vielen Dank für Ihre Zusendungen

    In der letzten Zeit sind wieder einige selbstgeschriebene Krippenspiele hinzugekommen. Vielen Dank für Ihre Beteiligung. Es ist sehr erfreulich, dass unsere Seiten so oft aufgesucht werden. Wenn Sie uns ein selbstgeschriebenes Krippenspiel zusenden, veröffentlichen wir es sehr gerne. Vielleicht wird es so noch öfter gespielt und die Mühe des Schreibens hat sich doppelt gelohnt. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir nicht die Zeit haben, den Kontakt zu den Autoren herzustellen und uns wirklich darauf verlassen müssen, dass Ihr zugesandtes Krippenspiel aus Ihrer Feder stammt. Ihr Dietmar Hauser
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