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Geschichte im Überblick

Die Pfarrkirche in Floh

Die Pfarrkirche Floh wurde 1712 erbaut. Mit ihrem prächtigen Wolkenhimmel zählt sie zu den schönsten Bauernbarockkirchen der Umgebung. In den Sommermonaten ist die Kirche für Besucher tagsüber geöffnet.

Der Grundstein wurde am 17. Mai 1710 gelegt. Zuvor stand an derselben Stelle eine ältere Holzkirche als Vorgängerbau. Am Ostersonntag 1712 wurde der erste Gottesdienst gefeiert. Insgesamt kostete die Kirche 3064 Taler.

Kirche Floh

Die Kirche ist dem Bautyp nach eine sogenannte „Karlskirche“. Am Westportal erinnert ein Wappen an Landgraf Carl v. Hessen-Kassel. Darunter ist der Schriftzug zu lesen: „Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit!“ An der Nordseite (Dorfseite) befindet sich mit dem mittleren Portal der sogenannte „Weibereingang“ der Kirche. Über der Tür war außen zu lesen: „Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause des Herrn gehst, und komme, um zu hören!”

Die Kirche ist in ihrer schlichten Gestaltung als eine reformierte Kirche gebaut worden. Erst 1743 wurde sie im Inneren farbig ausgemalt. Von diesen Malereien sind heute noch der Wolkenhimmel, der Marmorspiegel mit Girlanden und das Muschelwerk zu sehen.

Im Altarraum befanden sich die Stände für den Pfarrer, die reformierten Kirchenältesten, die lutherischen Kirchenältesten sowie die Bergleute. Auf dem linken Schild sind ein Bergmann und ein Eisenschmied abgebildet. Bis 1763/64 hatte die Kanzel ihren Platz am südlichen Pfeiler auf den Stufen zum Altarraum. Die Empore auf der Friedhofseite reichte ursprünglich nur bis zum zweiten Pfeiler von vorne. Das an der Kanzel befindliche Wappen ist das des damals regierenden Landgrafen Carl von Hessen. Der steinernen Altar steht auf fünf Säulen. Vor der Kanzel befindet sich eine Grabstelle, die jetzt nur noch durch eine Abdeckung erkennbar ist. Hier wurde Ann Maria Och aus Brotterode bestattet (1725), die Frau eines Pfarrers.

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1713 wurde die erste Orgel eingebaut, die allerdings nicht so gut geklungen haben soll. 1788/89 wurde daher eine neue größere Orgel durch Joh. Oesterreich aus Oberbimbach in Hessen eingebaut. Diese Orgel mit 27 Registern wurde 2008 restauriert. Diese Restaurierung kostete 130.000 Euro, wovon weit über die Hälfte als Spendenmittel aus der Kirchengemeinde aufgebracht wurden.

1863 wurde die Kirche erstmals renoviert mit einigen radikalen Veränderungen. So wurde damals der Kirchenhimmel verputzt und leicht bläulich übergestrichen.

In den 1950er Jahren wurde die Kirche erneut von innen renoviert. Die ursprüngliche farbige Bemalung des Wolkenhimmels wurde wieder freigelegt. Die Fußböden der Emporen wurden komplett erneuert. Die elektrische Beleuchtung wurde überholt. Bis heute ist die Kirche in diesem Zustand zu sehen. Diese Renovierung kostete ca. 30.000 DM-Ost. 1967 wurde zudem eine Fußheizung eingebaut sowie neue Kirchenbänke.

Im Kirchturm erklingen vier Glocken. Die vierte Glocke ist das sogenannte Klängele, oder auch Totenglöckchen, das 1953 von einer hessischen Gemeinde gestiftet wurde. In der Zeit des 2. Weltkrieges wurden die Glocken zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. 1953 wurden mithilfe der großen Spendenbereitschaft der Floher drei Hartguss-Glocken gegossen, von der Firma Schilling aus Apolda. Die einzelnen Töne der Glocken wurden von Pfr. Veigel im Voraus festgelegt. Dadurch können die Glocken beim Läuten beliebig miteinander kombiniert werden und es ergibt sich stets ein guter Klang: Die große Glocke „Jubilate“ ist auf Gis gestimmt, die mittlere „Kantate“ (auch 11-Uhr-Glocke genannt) auf h und die kleine Glocke „Rogate“ auf cis.

1898 wurde das jetzige Uhrwerk eingebaut, das aus Hildesheim stammt. Die Uhr ist mit einem einfachen Viertel- und Stundenschlag ausgestattet und muss einmal wöchentlich aufgezogen werden. Der Viertelschlag erfolgt auf dem „Klängele“, der Stundenschlag auf der großen Glocke.

1998 wurde durch Zufall ein erheblicher Wasserschaden am Kirchendach festgestellt, das 2000/01 komplett saniert werden musste. Das Dach wurde mit neuen Ziegeln in rot eingedeckt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 450.000 DM.