{"id":142,"date":"2010-03-24T19:10:57","date_gmt":"2010-03-24T18:10:57","guid":{"rendered":"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=142"},"modified":"2014-01-02T14:35:25","modified_gmt":"2014-01-02T13:35:25","slug":"peternell-orgel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=142","title":{"rendered":"Peternell &#8211; Orgel"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/orgelsel.jpg\"><font size=\"4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"orgelsel\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"orgelsel\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/orgelsel_thumb.jpg\" width=\"288\" height=\"287\" \/><\/font><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><font size=\"4\">Mit ihrem stattlichen barocken Prospekt, welcher sich vorz\u00fcglich in den mit Bildern an Decke und Emporen \u00fcberreich geschm\u00fcckten Kirchenraum einf\u00fcgt, gibt der \u00e4u\u00dfere Eindruck der Seligenthaler Orgel f\u00fcr den Betrachter zun\u00e4chst keinen Aufschluss \u00fcber ihr romantisches Innenleben.      <br \/>So hat der Erbauer der jetzigen Orgel neben dem Prospekt aus dem Jahre 1750, welches Meister J C. Beck (Herrenbreitungen) zugeschrieben wird, auch auf den Pfeifenbestand des Vorg\u00e4ngerinstrumentes zur\u00fcckgegriffen. Auch die Orgelmacher J. C. Rommel (Ro\u00dfdort) und Holland (Schmiedefeld) ver\u00e4nderten in den Jahren 1780 und 1843 dem Stile der Zeit entsprechend und dem technischen Erhaltungszustand gem\u00e4\u00df die Barockorgel, bis die Orgelbauerfamilie Peternell, die ihren Firmensitz in Seligenthal hatte, den gewachsenen Bestand unter Verwendung mehrerer Pfeifen, zweier Windladen und des Prospektes im Jahre 1873 zu einer repr\u00e4sentativen Orgel mit 26 Registern auf 3 Manualen und Pedal neu erbaute.       <br \/>Aufgrund dieser \u00dcbernahmen kann von einer ausgesprochen typischen Peternell-Orgel nur mit Einschr\u00e4nkungen die Rede sein. Dennoch atmet das Seligenthaler Instrument den Geist der romantischen Epoche und spiegelt damit eine Kunstauffassung wider, die das \u00dcberkommene respektierend, durchaus Eigenst\u00e4ndiges und Wertvolles geschaffen hat.       <br \/>Im Zuge eines gewandelten Zeitgeschmacks, der &#8211; heute betrachtet &#8211; sich allzu sehr am barocken Klangideal orientierte, baute im Jahre 1958 die Orgelbauwerkst\u00e4tte R. B\u00f6hm (Gotha) das Instrument so um, dass der Klang der romantischen Peternell &#8211; Orgel nur noch zu erahnen war. Die politischen Umst\u00e4nde der &quot;Wende&quot; erm\u00f6glichten unter der Sachberatung von Dr. H. Haupt und K. Vogt die Restaurierung des wertvollen Instrumentes, die von der Firma R\u00f6sel &amp; Hercher (Saalfeld) im Jahre 1998 durchgef\u00fchrt wurde. Dabei konnten ver\u00e4nderte Registerzusammenstellungen r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht und g\u00e4nzlich abhanden gekommene Register durch Rekonstruktion wiedergewonnen werden. Die Traktur wurde grundlegend denkmalgerecht \u00fcberarbeitet, wobei sich die bautechnische Besonderheit zweier Hauptwerkswindladen und damit das \u00d6ffnen jeweils zweier Spielventile als Handicap herausstellte und f\u00fcr den Spieler nach wie vor mit einem enormen Kraftaufwand verbunden ist.       <br \/>Die Bedeutung der Seligenthaler Orgel kann als Dokument ihrer Zeit, insbesondere als klingendes Exemplar der einstmals ber\u00fchmten Orgelbaufirma der Gebr\u00fcder Peternell, zumal an deren Stammsitz, nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden. Peternell galt nicht zu Unrecht als der ,,romantische Silbermann&quot; Th\u00fcringens, der sich \u00fcber seine klanglichen Ideale hinaus auch in orgelbautechnisches Neuland und an Experimente heranwagte, wovon an der Seligenthaler Orgel die Einrichtung des 3. Manuals als ,,Harmonium&quot; mit Crescendo (als Tritt) Zeugnis ablegt. Weitreichende Verbindungen f\u00fchrten die Gebr\u00fcder Peternell zu Kontakten mit dem ber\u00fchmten Orgelbautheoretiker J. G. T\u00f6pfer sowie mit dem mit Franz Liszt befreundeten Weimarer Kantor A. W. Gottschalg. Mit der amtlichen Abnahme der Orgel durch den Orgelprofessor Dr. W. Volckmar verbindet sich mit Seligenthal eine weitere Musikerpers\u00f6nlichkeit, die die Bedeutung dieser Orgel im Kreis illustrer Namen unterstreicht.       <br \/>Nach der am Ende des 20. Jahrhunderts abgeschlossenen Restaurierung m\u00f6ge die Bewertung dieses Instrumentes mit den Worten des ,,K\u00f6niglichen Musikdirectors Prof. W. Volckmar&quot; in seinem Abnahmegutachten vom 2. Juni 1873 wiederholt werden, der die \u201cvortreffliche Intonation der Register, die eine musterg\u00fcltige Stufenfolge von der gr\u00f6\u00dften Macht und F\u00fclle bis zur \u00e4u\u00dfersten Zartheit des Tones\u201d r\u00fchmend hervorhebt.       <br \/>(Text: Orgelsachverst\u00e4ndiger der EKKW Klaus Vogt, Bad Orb)<\/font><\/p>\n<p><strong><font size=\"4\">Die originale Disposition der Firma Peternell war Grundlage der Restaurierung von 1998:<\/font><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/kirche3.gif\" target=\"_blank\"><font size=\"4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Originale Disposition\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Originale Disposition\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/kirche3_thumb.gif\" width=\"170\" height=\"244\" \/><\/font><\/a><\/p>\n<p><font size=\"4\">&#160;<\/font><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/image.png\" target=\"_blank\"><font size=\"4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"image\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/image_thumb.png\" width=\"244\" height=\"151\" \/><\/font><\/a><\/p>\n<p><font size=\"4\">Das erste Gutachten stammt von Professor Dr. Volckmar:<\/font><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/orgelgutachten.jpg\" target=\"_blank\"><font size=\"4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"erstes Orgelgutachten\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; display: inline; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"erstes Orgelgutachten\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/orgelgutachten_thumb.jpg\" width=\"182\" height=\"244\" \/><\/font><\/a><\/p>\n<p><font size=\"4\"><\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Mit ihrem stattlichen barocken Prospekt, welcher sich vorz\u00fcglich in den mit Bildern an Decke und Emporen \u00fcberreich geschm\u00fcckten Kirchenraum einf\u00fcgt, gibt der \u00e4u\u00dfere Eindruck der Seligenthaler Orgel f\u00fcr den Betrachter zun\u00e4chst keinen Aufschluss \u00fcber ihr <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=142\" title=\"Peternell &#8211; Orgel\">[mehr&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":81,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-142","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=142"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1317,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/142\/revisions\/1317"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/81"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}