{"id":2921,"date":"2016-03-05T23:20:59","date_gmt":"2016-03-05T22:20:59","guid":{"rendered":"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=2921"},"modified":"2016-03-06T14:25:37","modified_gmt":"2016-03-06T13:25:37","slug":"kirchenorgel-floh","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=2921","title":{"rendered":"Oesterreich-Orgel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zur Geschichte der Orgel in der Pfarrkirche Floh<\/strong><\/p>\n<p>Die nunmehr restaurierte Orgel in der Pfarrkirche Floh ist die dritte Orgel an dieser Stelle. Mit der Erbauung der Kirche in den Jahren 1710 \u2013 1712 wurde wahrscheinlich aus der Vorg\u00e4ngerkirche die Orgel in die jetzige Kirche \u00fcbernommen. Laut Baurechnung von 1713 erh\u00e4lt der Orgelmacher Johann R\u00f6der aus Ernstroda f\u00fcr das Setzen der Orgel 62 Taler. 1728 wird von einem Orgelmacher Bastell berichtet, der eine schlechte Intonation der Orgel vorgenommen haben soll. Es muss sich um ein neues Instrument handeln, da in der Bauabrechnung von 1720 f\u00fcr eine neue Orgel 20 Taler als Ausgabe aufgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Angaben f\u00fcr die jetzige Orgel finden sich in den Gemeinderechnungen von 1788 und 1789. Es sind die \u00e4ltesten Gemeinderechnungen, die erhalten geblieben sind. In den Ausgaben erscheint unter: \u201eGeistl. Geb\u00e4ude: F\u00fcr die Neue Orgel dem Orgelmacher \u00d6stereich 561 Taler, Fuhrlohn f\u00fcr die Neue Orgel von Oberbimbach bei Fulda gelegen an Georg Danz und Valten Weisheit benebst dem Vorsteher Weg und Chausegeld 64 Taler, f\u00fcr Sigmund Kolbe und Martin Ullrich f\u00fcr Schmiedsarbeit 186 Taler, Balzer Danz vor Schlosserarbeit 71 Taler, Martin Danz und Moritz Peter vor Zimmerarbeit 36 Taler, vor Schreinerarbeit Ernst Huneck 10 Taler.\u201c<\/p>\n<p>In einem Attest vom 29.11.1788 wird Johannes Oesterreich verpflichtet, die Orgel bis 8 Tage nach Pfingsten des Jahres 1789 fertigzustellen. Ausgestellt ist dieses Attest vom Schuldhei\u00df Joh. Georg Jobst, Vorsteher Joh. Jung, Organist Vierling aus Schmalkalden, Baudirektor Friedr. Armack und Pfr. Meurer in Floh. 1789 erh\u00e4lt \u00d6sterreich nochmals 146 Taler f\u00fcr die Fertigstellung der Orgel. Bastian Liebaug bekommt Italer 15 gG f\u00fcr das Holen des Bildwerkes, Prospekt, von Fulda. F\u00fcr den Bildhauer Sch\u00f6n erscheinen 18 Taler in den Rechnungen der Dorfschafft Floh von 1789. Am 3.6.1789 wird das Instrument durch die Herren vom Vorjahr abgenommen, mit der Bedingung, die vorhandenen M\u00e4ngel im Probejahr zu beseitigen. Insgesamt hat die Orgel 1070 Taler gekostet, der Bau der Kirche 1710\/12 kostete 3036 Taler.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kirche-Floh-innen.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2936\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2936\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kirche-Floh-innen-150x134.jpg\" alt=\"Kirche Floh innen\" width=\"166\" height=\"148\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/orgel-Floh.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2937\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2937\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/orgel-Floh-150x150.jpg\" alt=\"orgel Floh\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img074.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2935\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2935\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img074-150x150.jpg\" alt=\"img074\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Pfarrkirche in Floh war als eine reformierte Kirche erbaut worden. Es wurde auf jeglichen Schmuck verzichtet, nur die Kanzel erhielt als einiges ein Schnitzwerk. 1743 wurde dieser Zustand durch eine farbige Ausmalung des Kircheninneren beseitigt. Die Malerei am Muldengew\u00f6lbe ist noch aus dieser Zeit. Um mehr Platz f\u00fcr die Gemeinde zu erhalten, wurde 1764\/66 die s\u00fcdliche Empore auf die heutige Gr\u00f6\u00dfe verl\u00e4ngert und die Kanzel in die \u00f6stliche Mitte des Altarraums gesetzt. Sie stand bis dahin am s\u00fcdlichen Pfeiler im Altarraum. Die Beschaffung von Glocken und einer neuen Kirchenuhr fallen mit dem Bau der Orgel in einen gr\u00f6\u00dferen zeitlichen Rahmen. 1814 erstellte Georg Friedrich Hilpert, ein junger Orgelbauer aus Floh, einen Kostenvoranschlag \u00fcber die Reparatur und \u00c4nderung von Traktur und B\u00e4lgen sowie die Reinigung und das Stimmen des Instruments. Hierbei f\u00fchrte er die Disposition der Orgel an. Es sind 25 Register bei zwei Manualen, ein Pedal, Tremulant und Manualkoppel. F\u00fcr ca. 100 Jahre wird nun die Orgel von den Orgelmachern Hilpert gewartet. Martin Friedrich Hilpert repariert 1851 mit 26 Jahren die Orgel und baut auf Vorschlag des damaligen Kantors Wolf das Register Flauto 4 Fu\u00df auf einen noch freien Platz im Nebenwerk ein, zusammen mit Friedrich Martin aus Freienhagen im F\u00fcrstentum Waldeck. G.F. Hilpert war 1828 zum Orgelsachverst\u00e4ndigen f\u00fcr die Kreise Hersfeld und Schmalkalden berufen worden.<\/p>\n<p>M.F. Hilpert legte 1854 beim Hoforganisten Schuppert in Kassel die theoretische Pr\u00fcfung als Orgelmacher ab. Das Aussehen der Kirche \u00e4nderte sich 1862 grundlegend. Die Decke erhielt einen Kalkverputz. Die W\u00e4nde wurden wei\u00df get\u00fcncht. Nur der Schalldeckel der Kanzel, der Taufstein, die Emporenbr\u00fcstung und die Orgel erhielten einen extra Anstrich mit entsprechender Vergoldung. Diese Anstriche und Vergoldungen sind in der Kirche noch heute vorhanden und an der Orgel wurde er durch Dipl. Restauratorin Frau J\u00fcnger restauriert. Schwierige Zeiten f\u00fcr die Kirche und Orgel begannen mit dem Ersten Weltkrieg. 1917 mussten neben zwei Glocken ebenso die Prospektpfeifen zu R\u00fcstungszwecken abgegeben werden. 1922 wurde das Gel\u00e4ut wieder vervollst\u00e4ndigt, um 1942 wiederum um drei Glocken dezimiert zu werden. S\u00e4mtliche Glocken wurden 1954\/55 ersetzt und das Kircheninnere in den Zustand von 1743 versetzt. Ebenso wurden ein neues Gest\u00fchl und eine Fu\u00dfheizung eingebaut.<\/p>\n<p>Aufgrund des Wertes der Orgel wurden 2002 die ersten \u00dcberlegungen f\u00fcr eine Restaurierung des Instrumentes in die Praxis umgesetzt. Mit einem Konzert des Liedermachers Siegfried Fietz begann die Kirchengemeinde Floh Spenden f\u00fcr die Orgelsanierung zu sammeln. R\u00fcckblickend haben wir eine interessante und sch\u00f6ne Zeit erlebt. Sie war angef\u00fcllt mit herzlichem Miteinander, Sich-Einsetzen f\u00fcr eine gemeinsame Sache, Sich-Menschlich-N\u00e4herkommen und der Gewissheit, dass wir etwas f\u00fcr uns sowie die sp\u00e4teren Generationen tun. Die Unterst\u00fctzung war nicht auf Floh begrenzt, sondern erstreckte sich \u00fcber gro\u00dfe Teile unseres Landes. Am Ende erreichte das Spendenkonto die H\u00f6he von 71.000 Euro, die H\u00e4lfte der Restaurierungskosten. Es bleibt an dieser Stelle nur noch Dank zu sagen allen, die gespendet haben. Kommenden Generationen w\u00fcnsche ich Menschen, die sich ebenso f\u00fcr den Erhalt ihrer Kirche einsetzen.<\/p>\n<p>Ein besonderer Dank geht an den langj\u00e4hrigen Organisten Franz Jung, der es verstanden hat, uns den Wert dieses Instrumentes durch sein Orgelspiel zu vermitteln.<\/p>\n<p><em>Rainer Erbe, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, anl\u00e4sslich der Wiedereinweihung der Orgel nach der Restaurierung 2008<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Zur Geschichte der Orgel in der Pfarrkirche Floh Die nunmehr restaurierte Orgel in der Pfarrkirche Floh ist die dritte Orgel an dieser Stelle. 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