{"id":466,"date":"2011-07-28T18:17:03","date_gmt":"2011-07-28T16:17:03","guid":{"rendered":"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=466"},"modified":"2020-07-11T10:29:26","modified_gmt":"2020-07-11T08:29:26","slug":"kirche-seligenthal","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=466","title":{"rendered":"Kirche Seligenthal"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: large;\">Urspr\u00fcnglich stand in der N\u00e4he der heutigen Kirche eine kleine Wallfahrtskirche aus Stein, die Ende des 17. Jahrhunderts verfallen war und nicht mehr ausreichte.<br \/>\n1687 wurde deshalb unter der Leitung des Oberf\u00f6rsters Michael Kehr und unter der Bauleitung von Hans Scheuber aus Seligenthal und C. Nick aus Tirol der Neubau begonnen.<br \/>\n<\/span><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/kircheselbaugesch_thumb.jpg\"><span style=\"font-size: large;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"background-image: none; float: left; padding-top: 0px; padding-left: 0px; margin: 5px 5px 5px 0px; display: inline; padding-right: 0px; border-width: 0px;\" title=\"kircheselbaugesch_thumb\" src=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/kircheselbaugesch_thumb_thumb.jpg\" alt=\"kircheselbaugesch_thumb\" width=\"221\" height=\"244\" border=\"0\" align=\"left\"><\/span><\/a><span style=\"font-size: large;\">Nach elf Jahren (1698) wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Es fehlte noch der Turm und die Kirche war innen schlicht eingerichtet. Eine kleine Orgel, sowie eine Glocke (die als kleinste Glocke noch auf dem Turm h\u00e4ngt) wurden aus der alten Kirche \u00fcbernommen. Aus der alten Kirche stammt auch der Opferstock neben dem Hauptportal.<br \/>\nDer Kirchenbau wurde zu einem gro\u00dfen Teil aus Spenden der Seligenthaler und der Nachbargemeinden, sowie durch eine Kollekte in Hessen finanziert. Die Seligenthaler Kirche ist eine der sch\u00f6nsten &#8222;Karlskirchen&#8220;, d. h. der Kirchen, die unter der Regentschaft Karl d. I. gebaut in Hessen wurden<br \/>\n1720 wurde der Turm gebaut mit einem Glockenstuhl f\u00fcr drei Glocken, eine Uhr angebracht und das Dach der Kirche umgedeckt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">52 Jahre nach dem Bau der Kirche f\u00fchrte man eine grundlegende Renovierung durch. Aus Rechnungen wissen wir \u00fcber die Renovierung gut Bescheid: Die Emporen wurden vergr\u00f6\u00dfert zu ihrer heutigen Gestalt, die Kanzel in die Mitte ger\u00fcckt und der Altarraum erh\u00f6ht. Damals befanden sich in der Kirche viele &#8222;Kirchenst\u00e4nde&#8220;, die verschlie\u00dfbar waren und deren Pl\u00e4tze verkauft wurden, um so eine zus\u00e4tzliche Einnahme zu Kirchenerhaltung zu haben. Es gab einen Oberf\u00f6rster-, den Bergwerk-, Heiligenmeister-(=K\u00fcster), Kirchen\u00e4ltesten-, Pfarrer-, Schul-, sowie einen Lutherstand mit Lutherb\u00fcste.<br \/>\nBei der Renovierung wurden die S\u00e4ulen verkleidet und bunt bemalt. In dieser Zeit hat man den Maler und Ratsherrn Valentin Merkel aus Schmalkalden 21 Bilder f\u00fcr den Kirchenhimmel malen lassen. Sie erz\u00e4hlen und predigen zum Teil recht eigenwillig und sehr aussagekr\u00e4ftig wichtige Texte aus dem Neuen Testament. Die Leinwand hat man gekauft oder anfertigen lassen. Schmalkalder Tischler fertigten die Rahmen an und mit ungef\u00e4hr 3500 handgeschmiedeten N\u00e4geln wurde die Leinwand auf dem Holz befestigt. Die Bilder kosteten damals 245 Reichstaler (Goldtaler).<br \/>\nZuletzt sind die Emporen mit 42 Bildern zu alttestamentlichen Erz\u00e4hlungen versehen worden. Einen aus Schmalkalden stammenden Orgelprospekt hat man eingebaut. Nach der Renovierung war die Kirche sehr farbenpr\u00e4chtig und mit viel Gold verziert. Sie muss einem Schloss-Saal geglichen haben.<br \/>\n1873 hat man die Kirche erneut grundlegend restauriert. Leider hat man damals viel verdorben. Vieles wurde einfach \u00fcberstrichen, dass sogar die feinen Schnitzarbeiten an der Kanzel verschwanden. Anlass der Renovierung war der Einbau einer neuen Orgel, die in Seligenthal von der ber\u00fchmten Orgelbaufirma Peternell gefertigt wurde. Die Firma Peternell benutzte Teile der alten Orgel und schuf einen gro\u00dfartigen romantischen Klangk\u00f6rper. Eine Besonderheit der Orgel ist das dritte Manual &#8211; ein stimmbares Harmonium. Wesentliche Teile der Orgel sind noch original. Leider wurden die wertvollen Zungenregister in den 50-iger Jahren dieses Jahrhunderts ausgebaut und der Klang der Orgel stark ver\u00e4ndert. Ca. 40% der Pfeifen wurden 1997\/98 nachgebaut, so dass die Orgel jetzt wieder das Klangbild hat, das ihr von den Gebr\u00fcdern Peternell gegeben wurde. Der Klang der gr\u00f6\u00dften erhaltenen Peternell &#8211; Orgel ist einzigartig.<br \/>\nDer Altar war urspr\u00fcnglich mit T\u00fcchern verhangen. Als 1933 die reformierten und lutherischen Gemeindeteile zur &#8222;evangelischen&#8220; Kirchengemeinde zusammengeschlossen wurden (in Floh war die reformierte Kirche &#8211; ohne Bilder), wurde er aufgedeckt und die Gestalt des Tisches wurde sichtbar, um den sich die Gemeinde versammelt.<br \/>\nBemerkenswert sind in unserer Kirche noch die beiden Grabsteine des Oberf\u00f6rsters Kehr und von Frau Magdalena Kehr in der Nordwestecke der Kirche. Wie der Taufstein im Chorraum sind sie gute Barockarbeiten.<br \/>\nSeit 1991 haben wir eine umfangreiche und grundhafte Restaurierung der Kirche begonnen. Das Dach wurde neu gedeckt und die Fassade restauriert. Innen erhielten die W\u00e4nde einen neuen Anstrich, die B\u00e4nke wurden \u00fcberarbeitet, gestrichen.&nbsp;<br \/>\nAlle Decken-Bilder mussten abgenommen und restauriert werden, damit wir sie f\u00fcr die kommenden Generationen erhalten.&nbsp;<br \/>\nDie Notsicherung je eines Deckenbildes&nbsp; hat ca. 18.000 \u20ac gekostet. Dazu sind noch die Kosten f\u00fcr die Aufh\u00e4ngung gekommen. Mittlerweile sind alle Bilder fertiggestellt und an der Decke angebracht.&nbsp;<\/span><span style=\"font-size: large;\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\nDie Kirche in Seligenthal ist eine der sch\u00f6nsten Kirchen des Kirchenkreises Schmalkalden. Sie ist besonders sehenswert, weil die Innengestaltung (auch das Gest\u00fchl) aus der Mitte des 18. Jahrhunderts noch vollst\u00e4ndig erhalten ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Weiterf\u00fchrende Links: <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=90\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einzigartige Deckenbilder<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><a href=\"http:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=142\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Peternell-Orgel<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Urspr\u00fcnglich stand in der N\u00e4he der heutigen Kirche eine kleine Wallfahrtskirche aus Stein, die Ende des 17. Jahrhunderts verfallen war und nicht mehr ausreichte. 1687 wurde deshalb unter der Leitung des Oberf\u00f6rsters Michael Kehr und <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/?page_id=466\" title=\"Kirche Seligenthal\">[mehr&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":81,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-466","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=466"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/466\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4639,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/466\/revisions\/4639"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/81"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eksm.de\/blog\/seligenthal\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}