Freitag

So langsam greift die Müdigkeit um sich, denn die Nächte sind zu kurz. Wahrscheinlich haben die meisten über die Mittagspause einen Power-Schnarcher hingelegt.
Heute Morgen hätten wir fast einen Jungen verloren. Da die U-Bahnen hoffnungslos überfüllt waren, hat man ihn nicht mehr in den Zug gelassen, während schon alle anderen drin waren. Nach vielen Text und Sprachnachrichten, konnten wir ihn wieder finden.

Das Podiumsgespräch zum Thema „Gerechtigkeit zwischen Ost und West 30 Jahre nach der Wende“ war recht interessant. Es wurde betont, dass die Unterschiede schon noch sehr spürbar sind, aber unsere Kids es vielleicht gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Die Familienministerin meinte, wenn das Kindergeld erhöht wird, wird alles besser 🙂 . Ein Pfarrer aus Meißen hatte interessante Thesen.
Die Diskussion wurde aufgenommen und um 13 Uhr auf dem ZDF gesendet.

Heute Nachmittag haben es die meisten ruhig gehen lassen. Einige waren noch im Musical, einige Jungs haben sich im Bad abgekühlt. Gegen Abend haben wir uns wieder am Hansaplatz getroffen. Dort hat eine jüngere Sängerin versucht Stimmung zu erzeugen. Es hat die meisten von uns nicht vom Hocker gerissen (Wir saßen ja auch auf dem Pflaster.) Aber danach kam eine Sache, bei der ich nicht geglaubt hätte, dass alle bleiben. Das *Bundes-Jugend-Jazz-Orchester“ hat moderne Stücke zu Kurzfilmen aus den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts gespielt. Zu diesem extrem präzise spielenden Orchester sang noch ein jugendlicher Chor der Spitzenklasse. Qualität zieht in den Bann, auch wenn die Musik sehr gewöhnungsbedürftig war.
Den Abschluss bildete wieder eine kurze Andacht im Kerzenlicht. Für mich war der Höhepunkt, dass „Der Mond ist aufgegangen“ von diesem Orchester und dem Chor begleitet wurde. Allerdings fiel dabei eben wieder auf, dass unsere Kids die Texte der bekanntesten Lieder (noch) nicht kennen.
Auf dem Heimweg wurden an der Haltestelle spontan Spiele gemacht, wie man auf den Bildern gut sehen kann.
Dass im Bus, in dem wir wie die Heringe in der Büchse standen,  von „laudato si“ über Kanons bis zu „Country Roads“ von allen lautstark gesungen wurde, hatten unsere Kids noch nicht erlebt. Einen alkoholisierten und anfangs etwas aggressiven jungen Dortmunder hat es jedenfalls so stark beeindruckt, dass er ruhig wurde und sich am Schluss noch entschuldigte.
So etwas muss einfach spontan geschehen und nicht gezwungen wirken – Kirchentagsfeeling eben.
Da die Nacht sehr kurz wird, mache ich jetzt Schluss und wünsche eine gute Nacht. Euer Dietmar

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