Die Eltern können sich noch in Geduld üben

Wir sind noch 60 km vor Passau. Das bedeutet, dass wir nicht vor 22.30 Uhr ankommen. Es ist alles in Ordnung. In Budapest ging es sehr langsam voran und wir hatten noch einen etwas längeren Aufenthalt im Outlet Center bei Wien. Da konnten die Kids nicht vorbei fahren…
Wenn wir durch Erlangen durchgefahren sind, wissen wir genauer, wann wir nach Hause kommen. Bis dahin!

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Wir sind gut in Ungarn angekommen

Es ist alles in bester Ordnung. Wir sind heute Morgen mit dem Sonnenaufgang aufgestanden. Die meisten Sachen hatten wir schon am Abend verpackt. Obwohl wir unsere Lebensmittel fast aufgebraucht haben, ist das Gepäck nicht weniger geworden. Es war ein echter Gaudi, wenn Frank die Heckklappe (an jeder) Grenze öffnen musste und jeweils Rollen Toilettenpapier, Schlafsäcke und anderes herausfiel. Dann bräuchten wir im zweiten Auto die Klappe nicht mehr zu öffnen.
Wir sind in einem kleinen Hotel 40km vor Budapest. Da wir unterwegs nicht richtig Zeit hatten zum Essen, sind da wir vorhin noch einmal zum Mäcces gelaufen. Ich bin gefahren, da Martin noch nicht so ganz gut laufen kann, da der Schnitt einer Muschel seine Zehe etwas mitgenommen hat. Ich war eine Minute vor 22 Uhr am besagten Restaurant, als es grade abgeschossen wurde, während der Mac-Drive noch geöffnet war. Also habe ich mich mit Martin dran gemacht, die Bestellung aufzunehmen um dann mit dem Auto vorzufahren und alles mit radebrecherischem Englisch zu bestellen. Nur eine Kleinigkeit würde vergessen. Die nachfolgenden Autos waren genervt, denn es bildete sich eine Lande Schlange. Wir hatten trotzdem unseren Spaß und sind satt.
Morgen früh werden wir nach dem Frühstück ca. um 8 Uhr losfahren. Ich rechne damit, dass wir so gegen 20 Uhr eintreffen. Am Nachmittag schreibe ich dann genauer, wann es wird. Bis morgen!

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Der Abschied kann so schön sein…

Heute war wieder mal traumhaftes Wetter. Es war Zeit zum Sonnen, Baden, Paddeln, Lesen… So wie man sich einen Strandtag am Mittelmeer vorstellt. Es wehte eine recht kühle Brise, aber in der Sonne war es ideal. Bis auf einen kleinen Schnitt durch eine Muschel, der gleich verarztet wurde, gab es keine Probleme.

Der Besuch der Taverne in einem Nachbardorf war nun der krönende Abschluss. 1982 war der Wirt nach Griechenland aus Deutschland mit Frau und Kindern zurückgekehrt und hat mit dem Weinbau begonnen. Voller Stolz hat er uns seinen Weinkeller gezeigt. Da fast alle Kids schon 16 waren und der Rest kurz davor steht 16 zu werden, haben wir zugestimmt, dass es eine ganz kleine Weinprobe gab. Zwei Rotweine und einen Weißwein hat er uns kosten lassen. Beim Essen wurde der Wein dann durch frischen Traubesaft ersetzt.
Das Essen war nun wirklich Sterneniveau. Frank und ich haben noch nie so toll und vielfältig griechisch gegessen (und das will etwas heißen!). Von den verschiedenen Salaten angefangen über Huhn, Schweinefleisch, Lamm bis zum Wildschwein war eine große Vielfalt geboten. Nach den Trauben gab es noch drei Eisbomben, natürlich mit Rosinen und Honig.  (Und das Ganze hat er uns für 13 € pro Person geboten.)
Er hat es mehrfach gesagt: „Man muss es vor allem mit Liebe kochen“ – und das war es. Wir haben uns ja in diesen Tagen etwas genauer mit dem Apostel Paulus beschäftigt.  Passend zum heutigen Tag habe ich heute Morgen über den Schluss des „Hohenliedes der Liebe“ von Paulus geredet. Ich glaube, heute Abend haben wir es sogar geschmeckt…

Morgen früh werden wir um 7 Uhr griechischer Zeit (6 Uhr bei uns) wecken.
So war es für mich wohl der letzte Tagebucheintrag aus Griechenland.
Ich hoffe morgen Abend aus Ungarn zu schreiben.
Euer Dietmar

Unser vorletzter Tag

Meine Sorge war unberechtigt, dass es nun nur noch schlechtes Wetter geben würde. Gestern Morgen schien die Sonne wieder. Der Wind war noch kühl, aber in der Sonne war es wieder traumhaft schön. Grund genug, die Wanderschuhe anzuziehen und einen berühmten Weg am Olymp zu laufen und die tolle Natur zu genießen. Das stand ja beim Canyoning nicht im Mittelpunkt. Man kann mit dem Auto auf 1200 m Höhe fahren. Das großartige ist, dass man das Meer vor Augen hat und gleichzeitig die ca. 3000 m hohen Bergspitzen, die ausnahmsweise mal nicht in Wolken gehüllt waren. Ihr seht die Bilder ja selbst.
Ich habe dann alle an einem Kloster erwartet, das im zweiten Weltkrieg von deutschen Bomben zerstört wurde (wegen vermuteten Partisanenkämpfern) und derzeit mit EU – Mitteln wiederaufgebaut wird. Der unselige Krieg begegnet uns sogar hier.
Das Kloster hat eine traumhafte Lage in einem Tal (Ich schätze mal 800 m hoch).
Ein Mönch lebt allein hier und sorgt für Ordnung. Er war nicht gesprächig, sondern drehte nur alle halbe Stunde seine Runde, zündete Kerzen an. Er bot den Wanderern Brot und Äpfel an. (Es liegt ja in vielen Kirche etwas Brot da, wenn jemand sehr hungrig sein sollte.)
Bis auf drei Mädchen sind alle dann noch bis ins Tal gelaufen. In der Zwischenzeit haben wir schon das Essen zubereitet.

Heute ist nun unser letzter Tag hier am Meer. Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite und wir lassen Zeit, noch einmal den Tag hier zu genießen. Gegen Abend werden wir die Autos packen, nur das „Sturmgepäck“ kommt noch obendrauf.
Danach werden wir die letzte hier noch verbliebene Taverne besuchen und dort ein richtig gutes griechisches Essen genießen können. (Leider geht wie überall so manche gute Tradition mit den Veränderungen langsam dahin.) Der Besitzer ist ein guter Freund unseres Chefs vom Camp.
Ich denke, da mache ich noch einmal ein paar Bilder fertig. So spät soll es aber heute Abend nicht werden, damit wir morgen fit sind für die Fahrt.  
Von der Rückreise werde ich dann nur sporadisch etwas schreiben. Aber Ihr wisst dann regelmäßig, wo wir uns befinden.
Euer Dietmar

P.S. Das Bild oben ist eine Eremiten-Höhle, die auf dem letzten Teilstück des Weges lag. 

Sturm am Olymp

Bisher wird uns jeder beneidet haben, dass wir bei wunderbaren Temperaturen und Sonnenschein den Herbst noch einmal genießen können, während es zu Hause kalt, stürmisch und regnerisch ist. Ich hätte es gestern Abend noch nicht geglaubt, dass es bei uns heute ähnlich ist. Es stürmte so gewaltig, dass man sich nur noch ungern draußen aufhielt. Es regnete kräftig und die Temperaturen fielen auf 7-9 ⁰C.
So sind Frank und ich nach dem späten und sehr ausgiebigen Frühstück erst einmal zum Fischer gefahren, der wirklich Petrus hieß. Er hatte einen großartigen Fang gemacht und so war klar: Heute Abend kochen wir ausführlich: verschiedene Arten Fisch und vor allem die kleinen zarten Calamari.
Frank und mir schlug das Herz höher, denn so etwas gibt es bei uns nicht.
Auch wenn wir für einige etwas extra anbieten mussten, die keinen Fisch essen, Kartoffelspalten, etwas griechische Wurst und Gemüse gab es auch für sie.

Bei starkem Regen sind wir nachmittags nach Katerini gefahren, eine Stadt in der man ganz gut herumlaufen und preiswert shoppen kann und nicht so viel vom Sturm merkt. Unser geplantes Programm, danach in die Berge in ein Kloster und ein Museum zu fahren, hat der Sturm verhindert. Apropos Hunde: sie laufen hier herrenlos überall herum. Zu den Leuten sind sie freundlich, Autos und Mopedfahrer in den Fußgängerzonen hassen sie aber. Unsere Mädchen, vor allem Julia hätte so manchen Hund gerne mitgenommen. Ich fand es nicht so schön, wenn uns zeitweise vier Hunde in der Innenstadt begleiteten. 
Wieder zu Hause angekommen waren die Calamari dann für so manchen erst einmal gewöhnungsbedürftig, obwohl sie extrem zart waren. Der Fisch (über 3 kg) ist locker alle geworden.
Inzwischen ist der Sturm noch nicht besser geworden, auch wenn der Himmel klar ist und der Mond hell scheint. Unser striktes Badeverbot besteht noch. Das Wasser ist viel wärmer als die Luft und man hat schon Lust mal in die Wellen zu steigen. Mir erscheinen sie aber zu hoch.
Morgen soll das Wetter wieder besser werden. Hoffen wir das Beste…

Canyoning mit Grenzerfahrung

Die Schattenseiten des Paradieses haben wir gestern wieder einmal kennenlernen. Wir hatten die Tür bei herrlichstem Mondschein geöffnet, weil wir noch draußen saßen.
Die Sonne und die damit verbundene Wärme hatte unzählige Mücken zum Leben erweckt. Und wenn man von einem bestimmten Ton am Ohr nachts wach wird, ist alle Ruhe dahin…
Aber das ist nun nicht so wichtig, dass man darüber viele Worte verlieren müsste. Denn heute hatten wir eine ganz besondere Herausforderung geplant: „Canyoning“ am Olymp, eine erlebnispädagogische sportliche Maßnahme, die Adrenalin freisetzt, aber auch die eigenen Grenzen vor Augen führt. Und es ist ein ganz besonderes Naturerlebnis.
Leider mussten Frank und ich heute meine Frau enttäuschen, die sich schon darauf gefreut hatte, uns zu erleben, wie wir uns in Neoprenanzüge zwängen. Wir konnten nicht mit, da wir beide (unterschiedliche) Probleme mit den Knien haben und wahrscheinlich auch in den schmalen Rinnen der Wasserfälle steckengeblieben wären
. Zwei Griechen – Vater und Sohn – haben unsere Kids übernommen und sie über eine schwierige Strecke geführt. Es gab Spaß, aber auch ein paar Tränen und eine Menge Angst mussten bewältigt werden. Und da müssen wir unsere Gruppe mal loben: Es gehört auch dazu, gemeinsam dem zu helfen, der es mit sich nicht so leicht hat. Sie haben das bewundernswert gemacht. Die Begleitumstände waren teilweise auch nicht unkompliziert: Wenn man wartet, ist es kühler. Ist man in Bewegung, wird es warm. Da alle länger unterwegs waren, war nicht so ganz klar, was z.B. ein Taucher macht, wenn sich seine Blase gefüllt hat… Der Anzug kann nicht ohne Weiteres mal schnell ausgezogen werden… Die Lösung des Problems könnt Ihr dann zu Hause diskutieren…  Auch unsere Guides waren voll gefordert und haben alle wieder wohlbehalten zum Ausgangspunkt zurückgebracht. Ich vermute, dass heute Abend nach einem sehr ausgiebigen Mahl mit verschiedenen Antipasti, Brotsalat, geröstetem Brot, Nudeln u. a. alle sehr schnell und fest schlafen. … Das tun sie mittlerweile auch. Gestern war um diese Zeit noch kräftig was los, während es jetzt total ruhig ist.

Die Bilder sagen dabei noch viel mehr als meine Worte.
Wir lassen alle morgen erst mal ausschlafen, bevor wir zu einem ruhigerem Programm aufbrechen.
Euer Dietmar  

Bildungsreise mit „chilligem“ Aspekt

Ich ahne schon, dass einige sehnsüchtig auf die nächste Nachricht warten. Aber wenn ich ehrlich bin, fällt es mir heute echt schwer, mich an den Laptop zu setzen. Es ist einfach traumhaft hier. Von meinem Balkon auf einem zur Ferienwohnung umgebauten kleinen Schiff fühle ich mich wie ein griechischer Millionär, der es eigentlich nicht mehr nötig hat zu arbeiten… Heute ist der Tag zum Chillen. Es sind 25 Grad im Schatten, die Sonne brennt nicht mehr, sondern streichelt die Glatze, es weht eine leichte Briese und das Meer ist himmelblau. Unsere Kids waren nach dem Frühstück in der Saline. Sie haben sich mit salziger Erde eingerieben und es dann abgewaschen. Es sind herrliche Bilder entstanden. Aber mir ist verboten worden, sie zu veröffentlichen. „Es könnte ja sein, dass später mal ein Chef bei der Bewerbung danach sucht.“ (Da sage mal jemand etwas gegen die heutige Generation!)
Also hatte ich mich daran. Natürlich werden und unsere Junges und Mädchen morgen die perfekte Haut zeigen.
Heute Morgen sind die Nesselquallen, die wahrscheinlich vorgestern Evelyn gestreift haben, an Land gespült worden. Sie haben schon eine tolle Farbe.
Ansonsten haben wir einiges Getier gesehen: Ein kleiner Skorpion hat sich bis auf die Terrasse gewagt und ist dann zum Glück von der Katze gefressen worden. Eine Gottesanbeterin saß gleich neben uns im Gras. Aber keine Angst, es ist nichts passiert.

Ich habe inzwischen mit Frank eingekauft und wir haben den Fischhändler ausgemacht, bei dem wir hoffentlich morgen Calamari, Muscheln, Krebse und Fische bekommen, die wir dann anrichten bzw. probieren wollen. Man muss ja alles mal probiert haben. Da wir den Apostel Paulus zum Thema haben, passt das wunderbar. Er ist es schließlich, der gesagt hat, dass man alles (!) essen kann (Frank und ich würden sagen „sollte“), was gut schmeckt und guttut. Schließlich erinnert man sich an Gerüche und an Geschmack länger als an alles Andere.

Apropos Paulus. Es könnte ja jemand auf den Gedanken kommen, dass wir nur hierher gefahren sind, damit wir uns mal richtig erholen könnten. Chillen gehört auch dazu. Aber gestern hatten wir ein anspruchsvolles Bildungsprogramm. Circa eine Stunde Fahrt von hier entfernt in den Bergen hat man vor wenigen Jahren die Grabstätte von Philippus II ausgegraben, dem Vater von Alexander dem Großen. Man geht in den Hügel hinein und findet dort das Grab, das durchaus mit den bekannten ägyptischen Grabmälern mithalten kann. Man wird in das 4. Jhd. vor Christus entführt und sieht die Grabbeigaben, unglaubliche Goldschmiedearbeiten, originale Rüstungen derer, die mit dem König ins Grab gingen und es von innen verschlossen haben. Da strengstens verboten war Bilder zu machen, habe ich nur ein paar Bilder aus der Hüfte geschossen. (Ich musste dabei husten, um das Klicken des Fotoapparates zu übertönen. Deswegen sind sie nicht so 100%ig klargeworden.)
Das ist schon ganz große Geschichte. Philippus hat Aristoteles an den Hof geholt, der Alexander d. Großen erzogen hat und dann seinem Sohn erklärt, dass er sich ein größere Königreich suchen soll, „denn Mazedonien ist zu klein für dich“.
Alles Andere ist wesentlich spannender als jeder Tatort. Wahrscheinlich ist er auf einer Hochzeit von seinem Leibwächter, zu dem er eine geduldete „Nebenbeziehung“ hatte, umgebracht worden. Die tollste Grabbeigabe in Gold ist für eine seiner Frauen, die sich dann bei seiner Verbrennung in die Flammen gestürzt hat… (wenn ich es richtig verstanden habe).
Man lernt daraus, dass die Leute unrecht haben, die behaupten in der heutigen Zeit gebe es viele Probleme in den Familien.

Danach sind wir in ein Kloster in den Bergen gefahren. Hier soll nun Paulus selbst vorbei gekommen sein. Er konnte die Thessalonicher nicht besuchen, da es dort Leute gab, die ihm nach dem Leben trachteten. Und so hat er Timotheus mit einem Brief dorthin geschickt.

Es war toll. Eigentlich war das Kloster geschlossen, aber ein junger Mönch, der in Bielefeld gelebt hat und Maschinenbauingenieur war, holte uns herein (obwohl wir nach griechischen Verhältnissen nicht vorschriftsmäßig gekleidet waren). Er hat uns dann vieles erklärt. Aber wie es so manchmal ist: Er begann mit einer Fangfrage, was denn 324 gewesen ist und meinte, das müssten wir doch wissen.
Mir fiel dummerweise auch nichts ein. Als er dann Konstantins Edikt zur Religionsfreiheit erwähnte, verstanden wir, was er wissen wollte. (Allerdings war das nicht 324, sondern 11 Jahre früher. Ich habe es ihm dann schonend beigebracht, aber ein Automechaniker muss ja nicht in allen Zahlen perfekt sein…).
Was er dann erzählte war dann schon sehr spannend. Es gab viele Eremiten, die hier ganz zurückgezogen in Höhlen lebten. Unglaublich – aber auch verständlich. Es war der Ausstieg aus einer verrückten und kriegerischen Zeit und ich frage mich, ob ich nicht auch lieber in einer Höhle gelebt hätte, als zum Militär zu gehen (wenn es Krieg gibt).
Ihr seht die Höhle, in der ein Mönch mehrere Jahre asketisch gelebt hat. (Vielleicht hatte er auch nur die Nase voll von den anderen Mitbrüdern?) Es wird nicht sehr bequem gewesen sein, aber der Blick nach draußen war atemberaubend schön.

Ich merke, ich schweife viel zu weit ab. Damit ich Euch nicht noch langweile, folgen jetzt die Bilder. Es geht uns sehr gut, wie Ihr seht.

Viele Grüße
Euer Dietmar

Thessaloniki

Gestern war nun Thessaloniki angesagt. Wir wollten mit dem Schiff von Katherini hinfahren, aber das ist außerhalb der Saison ist nicht mehr möglich und für die Fischerboote ist es zu weit. Also haben wir uns auf die Autobahn begeben, zwei Mal eine geringe Maut bezahlt und dann erst mal nach zwei Parkplätzen gesucht. Wir sind den ganzen Strand und unzähliche Nebenstraßen entlang gefahren und haben nichts gefunden. Ich habe dann einen gefunden, musste aber hinten aus dem Auto steigen, da der Platz extrem eng war. Frank stand eige Straßen weiter in einem Parkhaus.
Was für eine Stadt. Recht hohe Häuser, jeweils mit kleinem Balkon pro Wohnung, enge Gassen. Der Verkehr läuft ununterbrochen und man muss schon sehr aufpassen, dass man heil über die Straße kommt. Auf den breiteren Fußwegen fahren die Mopeds und Motorräder und auch die Polizei ist auf dem Fußweg mit dem Motorrad unterwegs. Alles lebt und pulsiert ohne Ruhe. Die Kirchen sind im Stadtbild kaum zusehen. Sie haben keine hohen Türme, sondern sind zwischen die Häuser gepresst. Viele gehen mal schnell hinein und (für uns wirklich ungewohnt) küssen der Reihe nach verschiedene Ikonen (besser gesagt die Scheiben, die darüber liegen) und zünden eine Kerze an.
Die Menschen sind aber extrem freundlich und wirken gar nicht gehetzt.
Alles ist voller kleiner Kneipen und Cafés. Und fast überall sitzen die Einheimischen drin oder draußen an der Straße. Vielleicht meint mancher Deutsche heutzutage, dass die Griechen da viel zu viel Geld ausgeben. Ich denke aber: Wie gut wäre es, wenn man bei uns das Bierchen nicht vor dem Fernseher trinken würde, sondern beim Gespräch mit dem Nachbarn. Das hat mich sehr beeindruckt.  
Trotzdem war die einhellige Meinung unserer Dörfler: „Hier könnte ich niemals leben. Das ist ja Wahnsinn.“
Man muss etwas Abstand haben. Und das hatten wir dann: Es gab zwei alte Segelschoffe die (mit Motorkraft) durch den Hafen fuhren und ein tolles Angebot hatten: Die Fahrt kostete nichts, man musste nur ein Getränk oder einen Cocktail  zu sich nehmen. Und das zu ganz moderaten Preisen.
Urlaubsfeeling pur.
Und schließlich haben wir uns wieder auf unser Camp am Meer zurückgezogen, wo nur ein einsames Heimchen hinter der Zimmerwand unsere Jungs leicht aus der Fassung brachte. Baden, chillen, den fast vollen Mond bewundern, und zwei Stunden lang Lieder singen (Noch nicht „griechischer Wein“, aber „Marmor, Stein und Eisen bricht“ bis zum Abendkanon…)
Nur Evelyn hatte beim Baden wahrscheinlich etwas Kontakt mit einer Qualle. Zum Glück sind die Rötungen schnell wieder zurückgegangen. Heute Abend passen wir besser auf.
Es gab die guten Reste von gestern zu essen, geröstetes Knoblauchbrot und Tsaziki. Was braucht man mehr zum Leben.
Deswegen bin ich vor dem Schreiben des Textes auch glattweg eingeschlafen…
Heute fahren wir nach dem Frühstück auf den Markt nach Katherini und sehen mal, was der Tag noch bringt.
Es geht allen gut.
Euer Dietmar

Ankunft

Da nur vier Leute wach sind und alle anderen noch schlafen, nutze ich die Zeit für unser Reisetagebuch. Ich sitze auf einem stillgelegten Boot mit Blick auf das Camp und das Meer – nur 20m entfernt. Der Ort hier ist ein Traum.

Aber erst mal zu dem gestrigen Tag. Es war ja eine sehr lange Fahrt. Wie immer, wenn man sich schnell auf die Reise begeben möchte, passieren ein paar Dinge, die einen aufhalten. Wir waren in Szeged im Aldi, um für das Frühstück Hörnchen, Brötchen, Gebäck verschiedener Art einzukaufen, wollten gleich losfahren und unterwegs frühstücken. Zurück im Auto haben wir jeweils die Pässe eingesammelt. Nur einer fehlte – meiner. Er war noch im Hotel, in dem ich ihn abgeben musste. Also zurück und dann konnte die Fahrt losgehen.

Es sind dann auf einmal echte Grenzen. Die Ungarn ließen uns recht schnell passieren. Die Serbier brauchten schon länger, unsere Pässe zu scannen. Frank musste den Kofferraum öffnen, um zu zeigen, dass wir nur normales Gepäck hatten. An der nächsten Mautstation wurden wir herausgerufen von einem Polizisten, der wahrscheinlich Langeweile hatte und die Pässe nochmals kontrollierte.
Die Fahrt durch Serbien war alles andere als spektakulär. Ewig geradeaus. Ein Maisfeld nach dem Anderen. Dann wieder sehr kritische Kontrollen an der Grenze zu Mazedonien. Ich vermute, auf der Rückfahrt werden wir dann alles ausräumen müssen. Wenigstens die Tankstellen mit Toiletten waren aber sehr gut in Schuss. Die Autobahn war fast leer. Tempomat an und dann einfach nur fahren. 

In Mazedonien ging es durch die Berge und wer aus dem Fenster sah, hatte schon einiges zu staunen. Nur die Lasterfahrer gingen aufs Ganze und überholten im Überholverbot, dass es einem anders werden konnte.

Fliegen wäre viel schöner. Aber ich denke, es ist auch nicht schlecht, so lange zu fahren: Damit man ein Gefühl dafür entwickelt, wie weit wir von zu Hause weg sind.

Zur Ankunft war es dunkel und wir wurden mit einem wunderbaren griechischen Essen begrüßt, das wir (wie es hier üblich ist) gerade mal zur Hälfte geschafft haben: Gegrilltes Hühnerfleisch, griechischer Salat, Kartoffelsalat, Grillspieße (Souflaki) und einiges mehr. Da müssen wir uns anstrengen um das Niveau zu halten.

Mittlerweile sind alle aufgestanden und sind mit den Füßen ins Meer gestiegen. Wir müssen das Frühstück vorbereiten und einen kräftigen Kaffee kochen. Wir lassen es heute ruhig gehen und ich melde mich heute Abend wieder. Es sind so um die 18 Grad, aber es wird noch etwas wärmer. Bis heute Abend.
Euer Dietmar

P.S. Wir leben hier zusammen mit drei Katzen und vier Hunden. Leider erkennt man die schwarze Katze auf dem Bild nicht,,,

wir sind dann mal weg…