Stockholm

Es war noch die Frage offen, wie es mit dem Ordnungsamt weiterging 😊. Ich gebe das Telefonat so wieder, wie ich es im Ohr habe (zwei etwa ähnliche Versuche): „wjeunsgdredbud hdte nbdtkia dbeuizf brtsidgtesst ybetsr (ich vermute „…bitte wählen sie:“) 1—-tsirttxdagrte  brtdzhuns cndzr knchedtas 5, hadtsynetasiuzf 7. —- —– —— syretadt hsterduu msjeget büro (wahrscheinlich hieß das: „Leider ist im Moment kein Mitarbeiter verfügbar“)……..
Wenn es in einiger Zeit doch noch eine Beschwerde geben sollte, heißt es dann: Warum haben Sie denn nicht einfach angerufen? So ist es, wenn man die Sprache nicht versteht. Chancenlos. Frank hat es dem ADAC so weitergegeben. Mal sehen, ob sie es hinbekommen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.   

Heute waren wir nun in Stockholm. Wir haben sogar einen Parkplatz gefunden in der Nähe des Schlosses. Dass da noch ein paar Plätze frei waren, lag schlichtweg an der Tatsache, dass die Stunde 6 € pro Auto kostet. Wir haben aber gerechnet. Hätten wir einen Parkplatz etwas außerhalb gesucht, hätten wir für die „Tunnelbahn“ ein Vielfaches bezahlt. Zusammen mit uns waren noch zwei große Kreuzfahrtschiffe angekommen, so dass die Altstadt voller Touristen war und fast kein Apfel zu Boden fiel. Unser Timing war aber perfekt, denn als wir kamen, war gerade Wachablösung mit großer Militärkapelle.
Eine Begrüßung mit Musik macht auch bei jungen Leuten großen Eindruck. Die weißen Uniformen geben dem ganz einen ganz besonderen Charme. Erstaunlicherweise hatte sogar eine Frau die Leitung und fuchtelte gewaltig mit dem großen Stab vor den Spielern herum. (Keiner wusste was das bedeutet)
Stockholms Altstadt hat schon eine besondere Prägung. Da alles auf einer Insel liegt, kann man in nicht allzu langer Zeit die Straßen durchwandern und kommt immer wieder am Schloss vorbei.
Natürlich wollten wir auch um eine Audienz beim König Carl Gustav bitten. Aber nach unserer niederschmetternden Erfahrung mit dem Telefon, hat sich Frank nicht getraut anzurufen. Karl Gustav hatte auch sicher gerade keine Zeit. Also haben wir die Altstadt in kleineren Gruppen erkundet. Nicht übersehen kann man die deutsche Kirche, die mit ihrem Kirchen-Café nicht nur ins Gebäude einlädt. Alles ist protestantisch schlicht und da fühlen wir uns doch ganz wohl.
Uns ist leider auch kein Literatur-Nobelpreisträger eingefallen. Unsere Jungs kennen ja auch meist nur die Texte der verschiedenen (Gangster-) Rapper. Deutschlehrer aufgepasst: Sie können sie alle auswendig! Durch die langen Fahrten kann ich sie jetzt auch schon bald mitsprechen. (Ich befürchte aber, dass mir in den nächsten Predigten der eine oder andere sehr vulgäre Ausdruck herausrutscht.) Wenn unsere Jungs einen unserer deutschen Rapper vorgeschlagen hätten, gäbe es dann wahrscheinlich nicht mal mehr einen Nobelpreis für Literatur (wie beim ECHO). Also sind wir lieber am Gebäude vorüber gegangen und haben uns in die schwedischen Probleme nicht eingemischt. 

Die Stadt Stockholm ist schon ein Traum, aber eben auch mit kleinen Tücken. Wenn man nicht in einem hübschen teuren Restaurant sitzt und etwas zu sich nimmt, gestaltet sich der Besuch einer Toilette äußerst schwierig. Unsere Jungs haben ewig gesucht und wurden mehrfach abgewiesen. Ein Mädchen hatte einen netten Döner-Besitzer gefunden, der sie nicht abgewiesen hat. Sie hat aber die Tür von innen nicht wieder aufbekommen, bis sie nach gefühlten 15 Minuten von außen befreit wurde.
Großstadt ist toll, aber wieder „zu Hause“ zu sein, ist doch um vieles schöner. Landluft, gutes Essen, bei dem man zuschlagen kann, ohne auf den Preis zu schauen, das ist eben doch auch etwas. Dazu muss man eben mal dort gewesen wein.
Ich hatte das Gefühl, dass zu  Schluss alle wieder froh waren hier zu sein.
Da Frank aus Versehen viel zu viel Gehacktes gekauft hatte, mussten wir uns auch noch die Bäuche extrem vollschlagen. So ist es jetzt ruhig geworden. Alle sind auf ihrem Zimmer. (Ich gehe mal davon aus 😉). Die großen Mücken mögen mich Dank „Antibrumm“ auch nicht. Die Welt kann so schön sein…
Bis morgen Euer Dietmar

Haben die Schweden das von uns gelernt?…

…könnte gut sein.
Heute Morgen haben die meisten von uns ausgeschlafen. Nur Frank und unser Patient sind schon vor 5 aufgestanden und nach Stockholm gefahren. Auf dem Flughafen angekommen, musste Frank einen Parkplatz finden, um einen Rollstuhl zu bekommen. Wie mit dem ADAC ausgemacht, hat er sich kurz auf den Behinderten-Parkplatz gestellt, da alle anderen Parkplätze viel zu weit entfernt waren. Unser Junge war sicherheitshalber im Auto geblieben, während Frank sich kurz vom Auto entfernt hatte. In der Zwischenzeit ist eine Mitarbeiterin vom Ordnungsamt gekommen und hat ihm nicht geglaubt, dass er Probleme hätte. Dummerweise waren die Krücken noch im Kofferraum und schon steckte eine Verwarnung unter dem Scheibenwischer in Höhe von schlappen 900 Kronen (90€). Frank hat es gesehen und ist mit dem Rollstuhl losgerannt, aber eine japanische Reisegruppe stieg gerade aus einem Bus und als er ankam, war die Mitarbeiterin weg. Eine zweite kam gelaufen, an die er sich auch gleich gewandt hat. Sie könne nichts mehr ändern und empfahl ihm am Montagmorgen auf dem Ordnungsamt in Stockholm anzurufen. Wollen wir eine Wette machen, wie es ausgeht?
😉 Immerhin war unser Patient schon um 16 Uhr zu Hause.

Da Frank erst mittags zurückkam, haben wir wieder ganz gemütlich gebruncht. Um an die Ostsee zu fahren, war es zu spät. So haben wir uns kurzentschlossen zu einem Badeplatz an einem großen See in der Nähe auf den Weg gemacht. Ich habe einen Profifotografen beauftragt, ein paar coole Bilder zu machen. Ihr seht ihn selbst auf dem letzten Bild, wie er mit äußerstem Körpereinsatz die Fotos geschossen hat. Die Bilder sind von ihm.

Heute Abend, nach unglaublich vielen Fischstäbchen und einem perfekten Kartoffelbrei, sogar gewürzt mit etwas Muskat, lassen wir den Sonntag ausklingen. Morgen fahren wir nun gemeinsam nach Stockholm. Frank sucht noch im Netz nach einem Parkplatz an dem wir mit unserem großen Bus hinstellen können. Das dauert sicher noch länger. Ich werde mich mal an der Suche beteiligen und verbleibe bis morgen Euer Dietmar

Eigentlich sind wir doch alle Schweden…

…oder etwa nicht? Gerade sind wir vom Public Viewing zurückgekommen. Nach der ersten Halbzeit hätten wir ja die armen Schweden gern an unsere Brust gedrückt, um ihnen verstehen zu geben, wie gut wir sie verstehen können. Vor allem wenn man von Anfang an das Gefühl hat, dass es nichts wird. Auf dem Marktplatz in Västerås war vor dem Spiel absolut gute Laune. Tausende waren gekommen, bemalt wie wir, mit gelbem T-Shirt und Fähnchen. Als das Spiel begann, wurde es ruhiger und ruhiger. Ich habe mich an ein Café gesetzt ohne Blick zum großen Bildschirm und nur in die Gesichter gesehen. Da wusste man, wie das Spiel läuft. Aber wie das so oft in unserem Leben ist: Eigentlich möchte  man die Leute drücken und ihnen gut zureden. Aber dann haben wir uns in der zweiten Halbzeit lieber leise aus dem Staub gemacht, da ich nicht sicher war, ob einige Schweden randalieren 😊.

Interessanter war da schon die Sache mit den amerikanischen Autos. Ein Teil war dorthin gegangen. Diejenigen Schweden, die mit Fußball nichts am Hut hatten, fuhren mit ihren riesigen amerikanischen Schlitten auf dem Stadtring. (Auch wenn hier kaum jemand zuschaute!) Bei einem Cadillac bilde ich mir ein 12 Leute gezählt zu haben, die bei ca. 30 km/h im Auto und auf den Türen saßen und sich feierten. Da hätten wir nur drei Autos gebraucht für Schweden.
Eines unserer Mädchen hat mich dann darauf hingewiesen, dass sie den neuen emanzipatorischen Trend entdeckt hat. (Schließlich war Schweden, was die Emanzipation angeht immer eine Nasenlänge voraus.) Die bildhübsche Frau darf den Straßenkreuzer fahren. Der arme Mann mit seinen Freunden muss auf dem Beifahrersitz oder in der zweiten Reihe Zigarette oder Zigarre rauchen und die Whiskey-Flasche halten…
😊. Mir war das gar nicht so aufgefallen. Aber gut, dass unsere jungen Leute genau hinsehen und …?

Jetzt sind wir wieder in unserem traumhaften Haus. Das ist nun wirklich außergewöhnlich. Alle haben letzte Nacht tief geschlafen. Es sind so weiche Matratzen, weicher als in jedem Nobelhotel. Karl hat so tief geschlafen, dass er vor Schreck aus dem Bett gefallen ist, als ein Junge aus dem Nachbarzimmer laut geweckt hat.
Ich musste heute daran denken, dass unser ehemaliger Kirchenbaurat Frede einmal gesagt hat, als nach der Wende die Jugendräume eingerichtet wurden und überall darüber nachgedacht wurde, ob man noch irgendwo einen Keller hat, den man nutzen könnte: “Man sperrt die Jugend nicht in den Keller“. Wie klug diese Bemerkung war, ist mir erst später aufgegangen. Bei uns sind Jugendherbergen oder Einrichtungen, die junge Leute nutzen können meist mit dem Notwendigsten ausgestattet, möglichst robust und nur praktisch.
Wir sind nun in einem Haus für Jugendgruppen, das äußerst liebevoll bis ins Detail eingerichtet wurde. Kein Zimmer gleicht dem anderen. In Manchem ist das Haus wie gelebter Geschichtsunterricht. Wenn man zum Frühstück kommt und staunt, wie schön es sein eigerichtet ist und sich fühlt wie im Vier-Sterne-Hotel. Das ist eine wirklich tolle Sache.
Ich habe den Verdacht, dass man so auch anders mit den Dingen umgeht. (Hoffentlich lehne ich mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich an die Übergabe des Hauses am Donnerstag denke…)
Aber das ist nun wirklich eine schwedische Art, die wir wirklich lernen könnten. Es muss nicht teuer sein, aber geschmackvoll kann es immer sein. Auch die Liebe zum Detail predigt unseren Kids, wie man leben kann und sollte.

Man hat mich vorhin aus der Küche geworfen. Frank hatte Angst, dass ich seine Kochpläne durcheinanderbringe und der Couscous nicht perfekt wird. Deswegen hatte ich jetzt schon mal Zeit zum Schreiben. Früher als sonst. 
P.S. Morgen um 6 Uhr nehmen wir Abschied von Finn. Er hat doch noch vieles mitmachen können, wie man auf den Bildern sieht. Er fliegt mit der Linienmaschine von Stockholm nach Frankfurt und wird von dort nach Hause gebracht, um in der Heimat behandelt zu werden. Frank bringt ihn zum Flughafen, während wir das Frühstück vorbereiten.
Noch einen schönen Abend.

Euer Dietmar

P.S. Der alte Mann mit dem Tatoo  „Antisozial“ stand uns gegenüber 🙂 

Unser schwedisches Herrenhaus…

Heute Morgen haben wir Abschied genommen von der Flusslandschaft. In der Nacht war es echt kalt und so bin ich lieber im Bett liegen geblieben, statt mich noch einmal an den Dutchoven zu vergreifen. Nach dem Frühstück und dem Aufräumen und Einräumen unserer Küche ging es noch einmal auf das Boot. Einmal wurde getragen. Die restliche Strecke wurde so schnell bewältigt, dass wir kaum geschafft haben die restlichen Autos dorthin nachzuholen. Unser Bootsverleiher war mit der Sauberkeit der Boote zufrieden.
Zum Glück haben die Autos Klimaanlage. So haben wir die 28° im Schatten kaum gemerkt.

Gegen 16 Uhr sind wir an unserem Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert mit Nebengelass angekommen. Es ist ein Traum. Schöne alte Möbel im Holzhaus, ein großer Essraum, sogar eine kleine Privatkapelle und eine ganz modern eingerichtete Küche stehen uns zur Verfügung. Seit dem Abendbrot sitzen wir hier im Hof (wie in einem teuren Hotel). Einige spielen Volleyball und andere unterhalten sich. Das Wasser hat zum Duschen offensichtlich gereicht. Wir haben Kurzduschen „befohlen“. Bei einigen Nachbarn ist das Wasser schon extrem knapp, wie uns der Hausvater berichtete. Aber es ziehen langsam Wolken auf und morgen kommt wohl der ersehnte Regen. Das wird uns nicht davon abhalten nach einem gemütlichen Brunch nach Västeras zu fahren und uns einiges anzusehen. Aber davon dann morgen Abend mehr.
Euer Dietmar

Unser letzter Tag im „Paradies“…

Heute habe ich bis 9 Uhr (!) geschlafen. Das hat gutgetan und man allen angemerkt, dass sie durch den gemütlichen Tag extrem gut gelaunt waren. Wir hatten gestern ausgemacht, heute einen Ruhetag einzulegen, da dieser Platz ein Traum ist. Wir haben sehr gemütlich gebruncht mit Eier und Speck. Danach konnte jeder tun uns lassen, was er wollte. Viele sind mit Boot gefahren, manche haben geangelt, wieder andere sind gewandert oder haben einfach gebadet. Um 15 Uhr haben wir mit unseren treuen Helfern die Pizza vorbereitet, Teig gemacht und dann 3 Stunden Pizza auf der Muuricka gebacken. Sie ist uns so gut gelungen, dass zum Schluss nicht ein Stück übriggeblieben ist. Im Übrigen hat sich herausgestellt, dass Finn noch bis Sonntag bei uns bleibt. Er wird behandelt wie ein rohes Ei und sogar im Boot auf dem extra geholten, höheren Sitz umhergefahren. Unsere weibliche Begleiterin Sophie hat ihm sogar einen Stützverband gebastelt, damit er das Bein nicht belastet. Er ist extrem gut drauf und meinte schon, es könnten die Tabletten sein, die ihm der Arzt verschrieben hat. Ich denke aber es sind die Mädchen und Jungs, die immer um ihn herum sind. Das hat man ja nicht alle Tage 😊.
Das erstaunlichste ist, dass uns die Mücken Dank des angenehmen Windes in Ruhe gelassen haben, aber jetzt (10.30 Uhr – es ist noch total hell) kommen sie wieder in voller Zahl. Das ist uns nicht ganz unrecht, denn es bringt es mit sich, dass sowieso alle in ihre Zelte gehen
😉. Morgen früh beginnt der Tag sehr früh. Es gibt Franks berühmten texanischen Bohnentopf zum Frühstück, den er schon heute Morgen angesetzt hat und der jetzt noch vor sich hin köchelt. Er riecht dermaßen gut, dass ich nicht sicher bin, ob ich schlafwandelnd noch mal in unsere kleine Küche gehe und zufällig über den Topf herfalle. Falls jemand dann morgen in eine Gruppe schreibt, dass ein Bär über uns Essen hergefallen ist, macht Euch mal keine Sorgen. Aber bitte verratet mich auch nicht!

Euer Dietmar

 

Jugend schreckt ab… gut so! :-)

Wir waren heute wirklich spät dran auf dem Biwakplatz. Unsere Leute sind perfekt gepaddelt und haben mit einem Umtragen immerhin über 16 km zurückgelegt. Wir haben eine Station ausgelassen, da wir (zu Recht!) vermuteten, dass wir auf diesem Platz keine Chance gegen die Mücken hätten, da der Platz im Wald lag und dort kein Lüftchen wehte. Da wir nicht wie Crystal-Meth Opfer aussehen wollten, sind wir also zwei Stationen weiter gefahren auf meinen Lieblingsplatz. Ich sage nur: so einen Arbeitsplatz hättet Ihr alle gern, wenn es nicht die viele stechenden Tiere gäbe (s. oberes Bild).

Als drei Boote am Ziel ankamen waren schon verschiedene Leute da und hatten sich in der Hütte breit gemacht. Sie fragten Andreas Techet aufgeregt, wie viele Boote noch kämen. Er erklärte ihnen, dass wir nur knapp 30 Jugendliche und vier Erwachsene sind. Darauf verließen die freundlich grüßend den Platz. Ein ankommendes Boot mit Erwachsenen fuhr gleich weg (augenzwinkernd: „zu viel Krach und sicher zu viele Drogen“). Also sind wir hier allein und müssen keinen zur Ordnung rufen, wenn er mal laut lacht. Vielleicht kann man das anderswo auch probieren sich so Platz zu verschaffen.

Ansonsten haben wieder alle sehr gut mitgemacht. Leider war der Fotograf nicht genug abgebrüht, um das Boot zu filmen, als es nach einem kleinen Zusammenstoß umkippte und fast unterging. Er hat lautstark Anweisungen gebrüllt, die aber fast alle nicht beachtet wurden, weil alle laut lachten. Zum Glück war in der Nähe ein kleiner Sandstrand, an dem Andreas mit ihnen mühelos das Wasser (immerhin 3 m3 = 3t)) aus dem Boot auskippen konnte. Keine Angst – es war nicht gefährlich, nur feuchtfröhlich.

Die Hitze spüren wir jetzt um 10.40 Uhr noch.

Unser Finn wurde heute zum zweiten Mal untersucht. Wahrscheinlich ist eine OP am Knie erforderlich. Zwei Mitarbeiter waren mit ihm im Krankenhaus und haben ihn wieder mit Krücken hierher geholt, damit er wenigstens etwas von unsrer Fahrt miterlebt. Wahrscheinlich wir er in zwei Tagen nach Hause geholt und bei uns operiert. Also auch an dieser Stelle vielleicht das Beste auch für ihn. Natürlich wünschen wir ihm alles Gute und finden es schade, dass er nicht länger bei uns bleiben kann Euer Dietmar.

Einer trage des Anderen Last…

…war heute das Thema des Tages.  Und wir haben das gleich geübt. Am ersten Tag auf dem Wasser war nicht nur das Paddeln zu üben. Das lernten auch diejenigen sehr schnell, die bisher noch keine Erfahrung hatten. Bei brennender Sonne sind wir sehr gut vorangekommen. Wir haben sehr aufgepasst, dass alle eine Kopfbedeckung trugen. Trotz der Sonnencreme haben ziemlich viele etwas gerötete Haut. Schlimmere Verbrennungen sind aber nicht aufgetreten. Es waren 12 km zu „erpaddeln“. Das klingt nicht viel, aber wenn man die Boote drei Mal umsetzten muss, dann ist es äußerst viel. Die Boote wurden auf einen Wagen gehoben, und einen steilen Hang hochgeschoben. Der Weg zum Fuß des Staudammes war dann noch einmal länger und steiler. Wir Erwachsenen fanden, dass unsere Jungs ausgezeichnet erzogen sind. Sie haben alle kräftig angefasst. Aber auch unsere wirklich zarten Mädchen haben genauso mitgemacht. So etwas klappt nur, wenn man alle dazu bekommt, mitzumachen. Das war vorbildlich.

Übrigens hatten wir heute Morgen einen stillen Besuch. Da ich kurz nach der Wende Elchlosung (nicht die aus Herrenhut(!)) als Souvenir mitgebracht hatte, aber nie wusste wozu man das nutzt (Ich habe schon überlegt, ob man es rauchen könnte), hat dieses Souvenir nun seine Bestimmung erfüllt. Ich habe heute Morgen entdeckt, dass neben unserem Lager eine solche Menge frischer Elchlosung zu finden war, dass wir einen Souvenirshop viele Jahre hätten betreiben können. Schade, dass wir sie/ihn nicht gesehen haben. Durch unser Schnarchen wird er eh nicht lang dagewesen sein.

 Kurz vor dem Ziel hatte Finn beim Paddeln Probleme mit dem Knie bekommen und konnte es nicht mehr ausstrecken. Frank ist mit ihm ins Krankenhaus gefahren, da leider keine Ambulanz mehr geöffnet hatte. Mal sehen, wann er wiederkommt.
So, jetzt muss ich wieder zu unseren Dutchoven. Es gibt gleich Kartoffelauflauf und alle haben extremen Hunger. Aber keine Angst! Der wird gestillt!.
Übrigens sind heute noch keine kleinen Mücken aufgetaucht. Vielleicht verschonen sie uns heute.

Viele Grüße aus dem extrem heißen Schweden.
Euer Dietmar

Willkommen im Paradies…

…in dem die kleinen stechenden Fliegen und die Mücken auf uns gewartet haben. Was würden sie machen, wenn wir nicht gekommen wären.
Aber der Reihe nach… Die Überfahrt nach Schweden war ganz ruhig. Man merkte kaum, dass man auf dem Schiff war. Einige hatten ein paar Sitzplätze ergattert. Aber darauf hält man nicht die ganze Nacht aus. Wir Erwachsenen haben versucht auf der Luftmatratze zu schlafen. Auf uns wurde große Rücksicht genommen, aber so richtig schlafen konnten wir auch nicht. Wenn man dort liegt, wo ständig Leute vorbeikommen, wird man immer wieder wach. Auf den Bildern sieht man es unseren jungen Leuten an, dass sie nun nach einer fast durchwachten Nacht noch sehr müde waren.
Sie konnten ja auch im Auto schlafen und obwohl wir bis 17 Uhr gebraucht haben, um hier anzukommen, ging es für manche ganz schnell und war gar nicht langweilig. Ein ausführliches Frühstück und ein paar Aufenthalte waren natürlich nötig.

Hier ist es genau so heiß wie zu Hause. Das ist wohl für Schweden außergewöhnlich. Es ist hohe Waldbrandstufe, so dass wir kein Feuer machen dürfen. Es gab schon ein paar Waldbrände in den vergangenen Tagen. Frank wusste das schon und so haben wir unsere Gaskocher dabei, mit denen wir genau so gut kochen können. Heute Abend gab es eine schnelle, aber auch leckere Suppe. Danach wurden die ersten Versuche mit dem Boot unternommen. Wie er es nur macht. Oschi hat gleich wieder mehrere Fische gefangen und ein großer Hecht liegt jetzt auf der Muurikka.
Auf dem Wasser geht es gut. Dort sind kaum Mücken und keine Fliegen. Aber an Land hält man es kaum aus, da die kleinen Fliegen beißen und keinen verschonen. Ich bin jetzt zum Schreiben ins Auto geflüchtet.
Erst jetzt (23 Uhr) – die Sonne ist gerade untergegangen- verziehen sie sich langsam und ich vermute, die Nacht wird noch nicht so schnell zu Ende gehen, denn alle sind noch munter. Das Licht tut das Übrige dazu. Morgen fahren wir eine lange Strecke auf dem Boot. Mal sehen, we sie sich anstellen.

Bis morgen Abend. Euer Dietmar

An der Fähre in Rostock

Wir haben jatzt genau noch eine Stunde Zeit, bis wir an Bord der Fähre gehen. Frank ist erleichtert, dass das Einchecken entgegen unseren Erfahrungen vor zwei Jahren ganz problemlos verläuft und wir die Mitfahrer nicht noch einmal anders in den Autos sitzen lassen müssen.

Die Fahrt lief gut. Ein längerer Stau und unendliche Baustellen haben die Fahrt etwas verlängert. Aber unter Absingen aller bekannten Ballermann-Schlager, Songs wir Cocain und dergleichen verging die Zeit sehr schnell. Jedenfalls habe ich gestaunt, was bei mir im Auto die Jungs für Musik dabeihatten: Von soften Oldies über Reggae bis hin zum Hiphop. Was Texte angeht fühle ich mich auf dem Laufenden. Das ist gar nicht schlecht und sogar meine Frau hätte die Musik ohne Probleme ertragen.

Jetzt haben wir erst mal einen riesigen Kanister Krümeltee gemacht. Bananen, Äpfel und Möhren gab es zu Essen. Wir haben uns nicht getraut, zwischen den Lastwagen Feuer zu machen. Deswegen sind die Bowus kalt geblieben.

Ihr seht, es ist alles bestens. Die See ist wahrscheinlich ruhig, wenn die Fähre um 24 Uhr abfährt.
Ich melde mich morgen wieder aus Schweden. Von der Fähre sollte man keine Internetverbindung aufbauen, denn die ist unbezahlbar. Bis morgen wünsche ich allen eine gute Nacht.
Euer Dietmar

We will rock you…

Unser letzter Abend in Bischofsheim hatte es in sich. Die Konfikerzen wurden gestaltet und am Abend hatten wir einen DJ aus der Heimat eingeflogen, da hier keiner aufzutreiben war. Wir haben bei der Motivation der wenigen Nichttänzer nur ganz leichte Hebel ansetzen müssen (z. B. dass die Geschenke der Paten zur Konfirmation ausfallen, wenn man die Hüfte nicht schwingt 🙂 ).
Also sind sie alle erschienen und haben ihren Spaß am Tanzen entdeckt. Interessant war, dass die Mehrheit der Jungs zunächst eine flottere Sohle auf das Parkett gelegt hat als die Mädchen. Natürlich waren unsere Tanzmäuse auch voll gleich dabei. Es hat auch uns Erwachsenen Spaß gemacht. Ihr seht es ja auf den Bildern. Also kommen auch wir Pfarrer gut gelaunt und nicht sonderlich gestresst morgen nach Seligenthal. Wir freuen uns auf den Gottesdienst um 11 Uhr im Gemeindehaus, den die Konfis selbständig gestalten.
Viele Grüße von Christina und Christian
Euer Dietmar

wir sind dann mal weg…