Endlich auf dem Wasser…

Nach einer sehr kühlen und für die meisten ruhigen Nacht begann das Leben in unserem Camp kurz nach sieben. Parallel wurde das Frühstück und die Abfahrt vorbereitet. Die Tonnen für die Boot wurden gepackt und die Zelte abgebaut. Der ein oder die andere fragte sich, wie der Raum der Tonne und das, was mitgenommen werden sollte übereingebracht werden könnte. Die Isomatten und Zelte blieben in der Regel draußen. Nache ein paar Gedanken zum Tage wurde gefrühstückt. Das Angebot war reichhaltig und wurde durch doppelgebratene Spiegeleier, die Frank uns briet, aufgewertet. Dann wurde alles auf die Boote geladen und es ging los. Nach Möglichkeit wurden Teams aus erfahrenen und unerfahrenen Paddlern gebildet. So ging alles recht glatt vonstatten. Nun kamen die Angeln zum Einsatz. Es wurden Wurzel und Bäume gefangen. Nach dreiviertel der Strecke sollte eine Pause gemacht werden. So wurde ein Anlegeplatz gesucht und auch gefunden. Gerade als wir die Pause beenden wollten, die ersten waren schon auf dem Wasser, begann es dann zu regen. Schnell gingen alle wieder an Land. Und das war gut so, denn es gesellte sich Blitz, Donner und Hagel hinzu, was wir in einer Schutzhütte dann aber gut aushalten konnten. Als der Regen nachließ und das Gewitter sich verzog, stachen wir erneut in See. Doch leider frischte der Regen auf und wir bekamen eine tüchtige Dusche. Nass und kalt kamen wir an unserem Biwak an. Während die Paddler mit den Booten kämpften, kämpfte Frank mit dem Küchenzelt. Zu Glück durften wir auf den überdachten Tanzboden. Dort wurden gleich Isomatten und Schlafsäcke ausgepackt, trocken Klamotten angezogen und sich gemütlich eingerichtet. Tortellini mit Käsesoße wurde zu bereitet. Die Zwischenzeit nutzten die Angler, um den Bann zu brechen. Sie beförderten einen kleinen Hecht auf die Speisekarte. Nach dem gemeinsamen Abendessen versuchten es die Angler erneut ihr Glück, doch diesmal vergeblich. Andere gingen Baden und stellten erfreut fest, dass das Wasser doch erstaunlich warm war. Nun kamen aber die Kriebelmücken, oder wie sie auf Schwedisch richtig heißen: Knotts, richtig in Schwung. Mir versetzen sie einen Satz heiße Ohren. Manche entschieden deshalb doch lieber ein Zelt aufzubauen und nicht auf dem Tanzboden zu übernachten. Im Moment ist dort auch noch reges Leben. Ich werde meine „Wunden“ lecken und mich mit einer tüchtigen Mütze Schlaf nehmen und mich so für den morgigen Tag rüsten, der mit der Längsten Strecke der Tour auf uns wartet. Soweit von mir und eine gute Nacht.