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Die Kirche in Struth-Helmershof

Die Kirche in Struth-Helmershof

Die in ihrer Innenausstattung nach dem Beispiel des sogenannten Bauernbarock gestaltete Kirche wurde in den Jahren 1765-1767 erbaut. Die Grundsteinlegung war am 14. August 1765. Der erste Gottesdienst konnte am 12. Sonntag nach Trinitatis im Jahr 1767 gehalten werden. Die Baukosten beliefen sich auf 5000 Reichstaler.

Lesen Sie hier den Vortrag von Pfr. Brandt anlässlich des 250-jährigen Kirchenjubiläums

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Über der südlichen Kirchentür befindet sich ein Hessenwappen mit dem Löwen als hessisches Wappentier, darüber steht die Jahreszahl 1773.

Bevor die jetzige Kirche gebaut wurde, hat es an derselben Stelle eine ältere Holzkirche gegeben, die schon 1572 in der Struther Chronik erwähnt wurde. Nach Baufälligkeit dieser ersten Holzkirche wurde 1629 eine zweite Holzkirche an gleicher Stelle gebaut.

Die alte Orgel wurde 1776 von Johannes Oestereich gebaut. Sie wurde 1984 erneuert von der Firma Rudolf Böhm aus Gotha. Die Kosten beliefen sich auf 100.000 Mark.

Über der verzierten Kanzel befindet sich ein Schalldeckel, auf dem ursprünglich eine Lutherbüste befestigt war. Oben befindet sich die Figur einer Gans. Der steinerne Altar steht auf zwei Stützen. In der Mitte befindet sich das Altarkreuz aus Messing mit dem gekreuzigten Christus.

Die Form des Taufsteins ist achteckig. Abgebildet ist Christus, der zwei Kinder segnet. Daneben befinden sich zwei Bibelverse. Das sogenannte Kinderevangelium aus Lukas 18,16: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.“ Und der Taufbefehl Jesu aus Matthäus 28,18: „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker und lehret sie halten, was ich euch befohlen habe, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

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Im Glockenturm befinden sich drei Kirchenglocken. Die erste Glocke wurde 1807 von Heinrich Bittorf in Seligenthal gegossen. Im 2. Weltkrieg wurden die Glocken zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. In den 1950er Jahren wurden drei neue Stahlglocken von der Firma Schilling aus Apolda installiert. 1927 erhielt die Kirche eine neue Turmuhr mit 3 Zifferblättern. Die Kosten von 1700 Mark wurden durch Spenden aufgebracht.

1861 bekam die Kirche ihren ersten Innenanstrich.

In der Zeit des zweiten Weltkrieges ab 1939 trafen immer mehr Flüchtlinge in Struth ein: aus dem Saarland, aus Schlesien und Ostpreußen (heute Polen und Russland) sowie aus dem Sudetenland (Tschechien).

Links an der Wand befindet sich eine Gedenktafel, die an die Opfer des 1. Weltkrieges erinnert.

Nach einem starken Schwammbefall im Innern des Kirchenschiffes musste die Kirche 2006 umfangreich renoviert werden und konnte 2007 wieder eingeweiht werden. Sogar das Dach musste erneuert werden. Die neuen Kirchenbänke wurden angefertigt von der Firma Alwin Kirchner aus Struth. Die Gesamtkosten der Renovierung beliefen sich auf 233.000 Euro.

Die Chronologie der Kirche

14.8.1765 Beginn des Kirchenbaus mit „Steinen fahren und Holz hauen“
24.9.1767 Aufsetzung des Turmknopfes
12. So. n. Trinit. 1767 Erster Abendmahlsgottesdienst in der Kirche durch den luth. Pfarrer Balthasar David Schmidt aus Schmalkalden
1776 Auftrag zum Bau einer Orgel an Johannes Oestreich aus Oberbimbach bei Fulda, nachdem der erste Auftrag von 1770 wegen einer Teuerung zurückgezogen werden musste.
1795 Errichtung einer Stützmauer um die Kirche durch den Maurermeister Joh. Jacob Weisheit
29.8.1800 Reparatur des Turmes und Neubefestigung der Wetterfahne und des Turmknopfes durch den Schieferdecker Johann Christoph Luther aus Schmalkalden
1807 Der Glockengießer Bittdorf aus Seligenthal gießt die kleine Glocke.
1813 Reparatur der Orgel durch den Orgelbauer Schreiber aus Schmalkalden. Einbau zwei neuer Register.
1819 Die große Glocke wird ebenfalls durch Bittorf gegossen, nachdem die alte gesprungen war.
1825 Reparatur des Kirchturms durch den Schieferdecker Cornelius Friedrich Dreyssigacker aus Schleusingen
1840 Neueindeckung des Kirchturmes durch den Schieferdeckermeister Daniel Wagner aus Heinrichs bei Suhl
1861 Die Kirche erhält ihren ersten Innenanstrich und neue Fenster.
1862 Neuer Außenanstrich und Erneuerung des Turmes und des Ziffernblattes der Turmuhr
12. So. n. Trinit. 1867 Feier des 100jährigen Bestehens der Kirche (im selben Jahr Reparatur des Kirchturmes durch Schieferdeckermeister Christoph Friedrich und Sohn aus Walldorf)
1873 Reparatur des Kirchturmes und des Holzgestelles
1904 Neueindeckung des Schieferdaches durch Schieferdeckermeister Julius Döhrer aus Ritschenhausen
1922 Die große Kirchenglocke wird ersetzt.
1927 Die Kirche erhält eine neue Uhr mit drei Zifferblättern.
1934 Vereinigung der reformierten und der lutherischen Gemeinde zur „Kirchengemeinde Struth-Helmershof“ als Filialgemeinde der Pfarrei Floh

 

Juli bis August 1934: Gründliche Erneuerung der Kirche. Die Malerarbeiten werden von den Tünchern Fräbel, Eck, Röder und Weisheit ausgeführt, die Tischlerarbeiten von Kaspar Langbein und Berthold Franz. Die Maurerarbeiten werden von der Firma Aschenbach und Kirchner sowie Ullrich verrichtet. Wiedereinweihung am 3.9.1934

1956 Zwei neue Klanggussglocken aus Apolda von der Firma Schilling werden eingebaut. Die Firma liefert auch eine kleine Bronzeglocke, die als Totenglöckchen („Klängele“) genutzt wird. Anfang der 1960er Jahre wird das Geläut elektrifiziert.
1967 Feier des 200jährigen Bestehens der Kirche und Beschluss des Kirchenvorstands zu einer Generalüberholung der Kirche
1971 Die Tischlermeister Wilhelm und Martin Weisheit fertigen drei neue Türen. Auch die Steintreppenaufgänge und die Stufen zu den Kircheneingängen werden erneuert.
1972 Erneuerung der Innentreppen durch die Firma Guido Bauer aus Schnellbach.

Erneuerung des Außenputzes durch die Firma Alwin Röder mit Söhnen aus Struth-H. und den Malern Hopf und Huneck aus Schnellbach. Die Kirmesgesellschaft übernimmt das Abhacken des alten Putzes.

1973 Eine elektrische Fußheizung wird installiert.
1974 Neubeschieferung des Turmes durch den Schieferdeckermeister Arnsperger aus Viernau. Der Turmknauf weist bei der Reparatur Durchschüsse auf und wird repariert sowie vergoldet.
1975 Innenrenovierung unter der Leitung der Restauratoren Thümmler und Münster mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Der Taufstein wird in den Originalzustand zurückversetzt.
1985 Einweihung der neuen Orgel, die von der Firma Böhm aus Gotha erstellt wird
3.5.1987 Einweihung des neuen Gemeindehauses in der Krongasse 10 nach 2 ½ Jahren Bauzeit durch über 100 ehrenamtliche Helfer
1988 Restaurierung des Wappens durch den Restaurator Münster. Der Platz um die Kirche wird geschottert
1989 Außenanstrich durch Maler Wolfgang Röder sowie der Fenster. Schäden am Kirchendach werden von der Firma Arnsperger aus Viernau beseitigt.
1996 Erneuerung der Läuteanlage
1999 Reparatur des Kirchensockels
2003 Installation einer Lautsprecheranlage
2006 Sanierung des Dachstuhls und des Fußbodens aufgrund von Schwammbefall. Einbau neuer Kirchenbänke durch die Tischlerei Alwin Kirchner.
20.5.2007 Wiedereinweihung der sanierten Kirche durch Dekan Bedbur
2011 Anbringung eines Geländers an den Außentreppen
2016 Erneuerung der elektronischen Läuteanlage durch die Firma Willing aus Gräfenhain
2017 Schaffung eines behindertengerechten Eingangs durch die Firma Schnittger aus Asbach
12. So. n. Trinit. 2017 Feier des 250. Bestehens der Kirche am 3.9.2017. Festpredigt von Dekan Gebauer